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Maria Binnenböse wird geboren

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Aus dem Mikrofilm der Mormonen, Personenstandsakten Schneidemühl, Geburten 1874-1876.

„Nr. 170

Schneidemühl, den 13. Mai 1876

Vor dem Standesbeamten erschien heute der Persönlichkeit nach ___________ August Kinowski ___ ___ __kannt

[Für jeden Hinweis, was hier steht, bin ich sehr dankbar – der einzige Grund, warum ich diese Geburtsurkunde nicht früher vorgestellt habe ist, dass ich sie nicht ganz zweifelsfrei entziffern kann.]

der Arbeitsmann Heinrich Carl Binnenböse

wohnhaft zu Schneidemühl, _______ Straße Nr. 3, evangelischer Religion

und zeigte an, daß von der Julia Binnenböse

geborene Dahlke, seiner Ehefrau, katholischer Religion

wohnhaft __________________ (bei seiner _________ ???)

Schneidemühl, [gleiche Adresse wie Heinrich Carl Binnenböse]

am dritten May [?????] des Jahres 1876″

 

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

„morgens um sieben Uhr

ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei, welches den Vornamen Maria erhalten habe.

Vorgelesen, genehmigt und _______________ [????]

XXX“

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Nachtrag auf dem Dokument:

„Die Entbindende [??] heißt mit Vornamen Johanna nicht Julia

_________________ zufolge Anordnung des Königlichen Landgerichts zu Schneidemühl vom 22. Mai 1896, Schneidemühl der 1. August 1896, der Standesbeamte in Vertretung [Unterschrift]“

Auswertung:

Die Geburtsurkunde zusammen mit Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde und der Heiratsurkunde der Eltern Johanna Dahlke und Carl Heinrich Binnenböse löst erst wirklich das Rätsel, welches sich auftut, wenn man zunächst nur Elisabeths Geburtsurkunde sieht.

Johanna und Heinrich haben nach Elisabeths Geburts geheiratet. Was sich übrigens als Geschenk für die nachfolgenden Generationen herausstellt. Hätten sie vor Elisabeths Geburt geheiratet, wäre keine Personenstandsakte zum Vorgang entstanden und erhalten geblieben.

Johanna wurde anscheinend Julia genannt, hieß aber offensichtlich „amtlich“ nicht so. Carl Heinrich wurde offensichtlich Heinrich genannt.

Heinrich konnte sich offenbar auch nicht ausweisen. Kann es sein, dass er keine Papiere zu seiner Abstammung hatte? Das würde mich wundern, denn von Teresa weiß ich, dass offenbar ein Teil der Binnenböses aus Hasenfier nach Amerika auswanderten – um dies zu tun, mussten sie sich bereits vor der Abreise ausweisen. Sollte sich nur ein Teil der Familie mit diesen wichtigen Dokumenten eingedeckt haben?

Auch bin ich immer noch hin- und hergerissen was ich jetzt genau über Heinrichs Schreibkünste denken soll: Konnte er gar nicht lesen und schreiben? Konnte er nur seinen eigenen Namen schreiben? Konnte er es, wollte es aber nicht?

Hier auf Marias Geburtsurkunde unterschreibt er mit drei „XXX“.

Die Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke, Marias älterer Schwester, ist ebenfalls mit einem „XXX“ unterzeichnet, allerdings anscheinend von Alexander Bukowski. (Wie dieser zu Kind und Mutter steht, weiß ich immer noch nicht.)

Auf der Heiratsurkunde von Johanna Dahlke und Heinrich Binnenböse dann das hier:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

„vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Carl Heinrich Binnenböse

Johana Dalke [sic!]

Emil Koch

Karl Eduard Graffunder“

Hmmmm …..

Fest steht: Marias Geburtsurkunde wird kurz nach ihrem 20. Geburtstag vom Landgericht Schneidemühl geändert.

Nicht dramatisch, aber zumindest parallel mit der Änderung auf Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde: Mutter heißt nicht Julia, sondern Johanna Binnenböse, geborene Dahlke.

Es wäre toll, wenn die Gerichtsakten aus Schneidemühl noch existieren würde … da muss ich dringend mal recherchieren, ob da noch etwas vorhanden ist!

Vielleicht wollten beiden Töchter ihre Geburtsurkunden für eine folgende Heirat? Auf Verdacht hin ins Blaue wird ja ein Gericht in solchen Angelegenheiten nicht tätig …

Die Person, die anscheinend Heinrich Binnenböse ausweisen/bezeugen konnte, ist mir bisher noch nicht begegnet. Im Adressbuch der Stadt Schneidemühl (über genwiki abgefragt) taucht eine Witwe Wilhemine Kinowski auf der Gartenstr. 15 auf.

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die Binnenböses aus Schneidemühl

Ich versuche mal eine kleine Chronologie, der mir bisher bekannten Binnenböse-Daten aus Schneidemühl:

Freitag, 9. Oktober 1874, abends 10 Uhr

Geburt Elisabeth Dahlke

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke – Klick

Donnerstag, 15. Oktober 1874

Ausstellung der Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke, 6 Tage nach der Geburt. Das Kind ist noch ohne Vorname, die Mutter wird „Julia Endisch“ genannt.

Melder ist der Wohnungsinhaber, in der Elisabeth Dahlke geboren wurde, Alexander Bukowski. In der Geburtsurkunde ist sein Verhältnis zu Mutter und Kind nicht benannt. Alexander Bukowski „unterschreibt“ die Urkunde mit „XXX“ = er kann seinen eigenen Namen nicht schreiben.

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke – Klick

Samstag, 24. Oktober 1874

Nachtrag auf der Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke. Das Kind wird „Elisabeth“ genannt. Leider nur schwer zu entziffern: Alexander Bukowski macht die Meldung über die Namengebung für das Kind.

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke – Klick

Mittwoch, 3. November 1875, zehn ¾ Uhr in Schneidemühl

Heirat von Carl Heinrich Binnenböse mit Johanna Dahlke.

Carl Heinrichs Eltern: Johann Binnenböse (Tagelöhner) und Wilhelmine Heymann. Beide sind bereits in Hasenfier verstorben. Carl Heinrich wurde ca. 1845 in Hasenfier geboren.

Carl Heinrich unterschreibt (!) die Heiratsurkunde. Ebenso unterschreibt Johanna Dahlke die Heiratsurkunde – sie schreibt ihren Nachnamen „Dalke“ – diese Schreibung kommt in den Personenstandsakten von Schneidemühl so sonst nie vor. Eventuell können die beiden Eheleute nur gerade einmal ihren eigenen Namen schreiben? Carl Heinrich unterschreibt die Geburtsurkunde von Maria Binnenböse mit „XXX“.

Johanna war drei oder vier Monate schwanger mit Maria Binnenböse. Elisabeth ist etwa 1 Jahr alt.

Quelle: Heiratsurkunde Dahlke-Binnenböse – Klick

Donnerstag, 4. Mai 1876, morgens um 7 Uhr

Geburt Maria Binnenböse, Vater: „Heinrich Carl Binnenböse“, Mutter: „Julia Binnenböse, geborene Dahlke“.

Quelle: Geburtsurkunde von Maria Binnenböse.

Quelle habe ich noch nicht vorgestellt, werde das aber nachholen! 4. Mai kann ich nicht genau verifizieren. (Dazu später mehr.)

Samstag, 13. Mai 1876

Geburtsurkunde von Maria Binnenböse wird ausgestellt, 9 Tage nach der Geburt.

1879

Tod Anna Binneboese, Arbeiterwitwe

Auszug Index Tote 1879 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1879 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1879

1881

Tod Anna Johanna Binnenböse, Arbeiterwitwe, gestorben in Schneidemühl, Ortsteil Grünthal

Auszug Index Tote 1881 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1881 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1881

1891

Tod ___ (?) Binneböse, Kind

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1891

Tod Maria Binneböse, Kind

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1891

1893

Tod Rosalia Binnenböse, Kind

Auszug Index Tote 1893 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1893 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1893

1894

Geburt Antonia Binnenböse

Auszug Index Geburten 1894 Schneidemühl

Auszug Index Geburten 1894 Schneidemühl

Quelle: Geburten Index 1894

Freitag, 22. Mai 1896

Richterspruch des Königlichen Amtsgerichts zu Schneidemühl: Änderung Geburtsurkunde Maria Binnenböse: Mutter Johanna nicht Julia Binnenböse.

Maria Binnenböse ist 20 Jahre alt.

Quelle: Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Samstag, 1. August 1896

Die Geburtsurkunde von Maria Binnenböse wird gemäß des Gerichtsbeschlusses des Amtsgerichtes zu Schneidemühl vom 22. Mai 1896 geändert.

Quelle: Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Adressbuch Schneidemühl 1896

abgefragt über die Datenbank der Computergenealogen:

Heinrich Binneböse, Arbeiter, Lehns Ziegelei

Johanna Binneböse, Arbeiterfrau, Brunnenstraße 6

Rosalie Enders, Witwe, Feldstraße 19 (die Mutter von Johanna Dahlke Binnenböse)

Zu diesem Zeitpunkt ist Elisabeth etwa 22 Jahre alt und ist nicht gelistet. (Welchen Namen hat Elisabeth zu dieser Zeit offiziell? Elisabeth Endisch?) Ebenso taucht Maria Binnenböse nicht unter Binnenböse auf.

Donnerstag, 3. März 1898

Richterspruch des Königlichen Amtsgerichts zu Schneidemühl: Änderung Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke: Mutter Johanna Dahlke nicht Julia Endisch.

Elisabeth ist 23 Jahre alt.

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke

Mittwoch, 25. Oktober 1899

Elisabeth Dahlke heiratet Emil Spickermann in Schneidemühl. Klick

Elisabeths Eltern: Johanna Dahlke und Heinrich Binnenböse, beide bereits in Schneidemühl verstorben.

1902

Geburt Maria Binnenböse, __________________ (??), Schneidemühl

Auszug Index Geburten 1902 Schneidemühl

Auszug Index Geburten 1902 Schneidemühl

Quelle: Geburten Index

Fazit:

Ich bin mir bewußt, dass ich nicht alle Binnenböse/Binneböse Einträge aus Schneidemühl bisher erfasst habe, weil ich einfach noch nicht alle Mikrofilme gesehen habe. Bei einigen Namen habe ich aber starke Vermutungen. So zum Beispiel bei Antonia Binnenböse – es gibt in der Familie eine „Tante Toni“, die eine Schwester von Elisabeth Dahlke war. Auch möchte ich mir unbedingt das Dokument von „Rosalia Binnenböse“ ansehen. Johanna Dahlkes Mutter hieß Rosalie Dahlke mit Geburtsnamen und heiratete später einen Eduard Enders.

Johanna Dahlke heiratet Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

Johanna Dahlke heiratet Carl Heinrich Binnenböse. Mikrofilm der Mormonen der Personenstandsakten Schneidemühl, die frühsten in den Personenstandsakten dokumentierten Hochzeiten.

„Nr. 58

Schneidemühl am 3. November 1875 vormittags zehn 3/4 Uhr.

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschienen heute als Verlobte:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

1. der Arbeitsmann Carl Heinrich Binnenböse,

der Person nach bekannt, evangelischer Religion, dreißig Jahre alt, geboren zu Hasenfier, wohnhaft zu Schneidemühl

Sohn des Tagelöhners Johann Binnenböse und seiner Ehefrau Wilhelmine geborene Heymann, beide in Hasenfier verstorben.

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

2. die unverehelichte Johanna Dahlke,

der Person nach bekannt, katholischer Religion, dreiundzwanzig Jahre alt, geboren zu Schneidemühl, wohnhaft zu Schneidemühl.

Tochter der unverehelichten Rosalie Dahlke, später verehelicht (?) Arbeiter Eduard Enders in Schneidemühl.

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

sowie als Zeugen:

3. der Magistrator (??) Emil Koch, der Person nach bekannt, 21 Jahre alt, wohnhaft zu Schneidemühl.

4. der Arbeitsmann Carl Eduard Graffunder

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

der Person nach ____ den ____ Emil Koch ____ Nr. 3 anerkannt (??), 35 Jahre alt, wohnhaft zu Schneidemühl.“

Die Unterschriften:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

Auswertung:

„vormittags zehn dreiviertel Uhr“ = 9:45 oder 10:45 Uhr? In unterschiedlichen Regionen wurde das abweichend gehandhabt … leider weiß ich nicht, wie es damals in Pommern war …

Carl Heinrich Binnenböse – sein Rufname scheint Heinrich gewesen zu sein. 7 Jahre älter als Johanna. Geboren in Hasenfier (offenbar haben keine Personenstandsakten und Kirchenbücher den 2. Weltkrieg überdauert), wo bereits seine beiden Eltern verstorben sind. Bedauerlich, dass keine genauen Geburtsdaten dokumentiert wurden. Aber ich bin dennoch froh über diese Urkunde!

Seine Eltern – sein Vater Johann war Tagelöhner. Falls er seine letzten Jahre in Hasenfier verbrachte, dürfte das ein hartes Leben gewesen sein, Hasenfier war ein kleines Dorf. Von seiner Mutter kennen wir den Namen – Wilhelmine Heymann.

Johanna Dahlke.

Jetzt werden einige Rätsel gelöst: Ihre Mutter hieß Rosalie Dahlke.

Wieder eine unverheiratete Mutter, die später den Kindsvater heiratete.

Aus dieser nun entstehenden Kombi aus unverheirateten Müttern, die später den Kindsvater heirateten:

Rosalie Dahlke – Johanna Dahlke – Elisabeth Dahlke

lässt sich vermuten, dass sowohl Johanna als auch Elisabeth die ersten Kinder der jeweiligen Mutter waren. (Obwohl das nicht so sein muß!) Meine Uroma Elisabeth war vermutlich die erste seit ihrer eigenen Oma, die vor der Geburt ihres ersten Kindes heiratete.

Und lustigerweise habe ich immer noch keinen direkten männlichen Vorfahren mit dem Namen Dahlke dokumentieren können.

Hier kommt der nächste Knaller: Der Vater hieß Eduard Enders!

Wir erinnern uns an das Namenswirrwarr aus Elisabeths Geburtsurkunde, welches vom Amtsgericht entzottelt werden musste??

Dort wird das zunächst unbenannte Kind von einer Julie/Julia Endisch geboren. Später wird dieser Eintrag geändert: Das Kind heißt nun offiziell Elisabeth Dahlke, die Mutter Johanna Dahlke.

Alexander Bukowski, welcher die Geburt meldete, konnte seinen eigenen Namen nicht schreiben. Und kannte nur wenige Details der Familie. Denn er benannte die Mutter als Julia Endisch.

Elisabeths Mutter hieß zu diesem Zeitpunkt – gemäß Amtsgericht – Johanna Dahlke. Sie scheint aber schon mit Eduard ENDERS zusammen gewesen zu sein. Enders – Endisch, das kann eine Verwechslung oder eine lokale falsche Aussprache sein. (Braucht man noch nicht mal viel drüber zu sinnieren.)

Den Namen Enders kenne ich aus Schneidemühl überhaupt noch nicht! Den Namen selbst kenne ich bisher aus sehr alten Kirchbüchern aus ganz anderen Regionen, dort als Kurz- oder Koseform von „Andreas“.

Johanna war 23 Jahre alt bei der Heirat. Leider kein genaues Geburtsdatum, aber dieses dürfte sich in den katholischen Kirchbüchern von Schneidemühl finden lassen.

Die Zeugen erscheinen mir als zufällig. Emil Koch taucht später in Schneidemühler Adressbüchern auf, er scheint Beamter gewesen zu sein. Vielleicht bestand noch eine Bekanntschaft zu dem zweiten Trauzeugen (der sich anscheinend nicht selbst ausweisen konnte) – der Arbeiter Karl (!) Graffunder taucht als einziger Eintrag mit diesem Nachnamen im Adressbuch von Schneidemühl 1896 auf.

Fazit:

Das Namenwirrwarr von Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde ist geklärt!

Schade ist, dass ich bei Hasenfier jetzt erstmal in einer Sackgasse lande. Momentan scheint es so, dass sowohl die Personenstandsakten als auch die Kirchenbücher verloren sind.

Die Binnenböses kann ich also erstmal nur weiter in Schneidemühl erforschen.

Aber die Dahlkes leben in Schneidemühl. Dazu sind sie auch noch katholisch (obwohl Schneidemühl zum großen Teil evangelisch war) und die katholischen Kirchenbücher existieren. (Ich kann es gar nicht häufig genug sagen! 🙂 Die Freude ist so groß. Auch wenn ich erstmal nicht nach Polen komme.)

Neu hinzu kommt der Familienname Enders. Bin gespannt was ich hier finden werde …

Dahlke – Dahlke – Dahlke

Elisabeth Dahlke

Elisabeth Dahlke

Kuriositäten gibt es!

Jahrelang habe ich vor allem die Vorfahren meines Vaters erforscht. Es ging einfacher, da ich einfacher an die Quellen heran kam. Und jeder Familienforscher kennt das Problem: Die Frauen werden leider häufig nur unzureichend dokumentiert.

Ich wüßte gar nicht, von wie vielen weiblichen Vorfahren ich nur den Vornamen (wahlweise Anna, Elisabeth oder Maria) und das Alter (nicht das Geburtsjahr) kenne. Nachname und Geburtsort, da freue ich mich ja schon! Vollständiges Geburtsdatum, Name der Eltern, Geburtsort, das sind ja wahre Träume, die da wahr werden können.

Und so dachte ich auch, auf meiner pommerschen Vorfahrenlinie würde es richtig schwer werden die Nachnamen der Frauen zu erforschen. Die Recherche ist schwierig, aber gaaaaaanz anders als ich es erwartet hatte! 😀

Oben abgebildet ist meine Uroma Elisabeth Dahlke. Ein sehr herzlicher, lebensfreudiger Mensch. Sang gerne, hat an sich selbst stets als letzte gedacht. Sehr katholisch.

Geboren ist sie kurz nachdem in Preußen die Personenstandsakten verpflichtend eingeführt wurden. Ihre Geburtsurkunde konnte ich aber erst zuordnen, als ich die Heiratsurkunde/das Familienbuch ihrer jüngsten Tochter las – dort war die Geburtsurkunden-Nr. verzeichnet.

Und da dachte ich nun, Dahlke, das ist ja dann der Name von Elisabeths Vater.

Nein. Elisabeths Vater hieß Heinrich Binnenböse. Ihre Mutter hieß Johanna Dahlke. Das war offensichtlich ihr Geburtsname. Dahlke.

Elisabeths Geburtsurkunde ist gar wunderlich. Ganz anders als jede andere Geburtsurkunde, die ich bisher in Händen hielt. Klick – hier geht’s zu meinem Blogpost darüber. Die Geburt meldete ein Alexander Bukowski (dieser konnte seinen Namen nicht schreiben), die Mutter wird Julie/Julia Endisch genannt. Endisch? Was ist denn das für ein Name?? Vom Amtsgericht Schneidemühl wird der Geburtsname offiziell auf Elisabeth Dahlke geändert, der Name der Mutter zu Johanna Dahlke. Was ist denn da passiert??

Eine Generation zurück. Wer sind die Eltern von Johanna Dahlke?

Und erklären sich jetzt vielleicht ein paar Fragezeichen aus Uromas Geburtsurkunde? …… 😉

Anna Spickermann heiratet Albinus Bernhard Klatt

Anna Spickermann heiratet Albinus Bernhard Klatt

Hochzeitsfoto Anna Spickermann und Albinus Bernhard Klatt

Hochzeitsfoto Anna Spickermann und Albinus Bernhard Klatt

Zunächst eine kleine „wie blöd bin ich“ Frage an mich selbst – ich antworte selbst: Manchmal ziemlich stark. Da ich ja eh meine jahrzehnte lange genealogische Forschung umsortiere und besser organisiere, komme ich immer wieder an Punkte, wo ich mich über mich selbst wundere. (zB bei Suchanfragen im Internet Foren-Einträge von mir selbst zu finden, wo ich Dinge frage, zu denen ich eigentlich schon Dokumente vorliegen habe, mir diese einfach mal genauer anschauen sollte.) Bereits vor einigen Monaten hatte ich diesen Moment der Erkenntnis – oder anders: meine Handfläche klatschte an meine Stirn – als ich mir den Mikrofilm der Mormonen anschaute, auf dem der Familienbuch-Eintrag meiner Großeltern mütterlicherseits sich befand.

Foto des Einbandes des Familienbuches aus dem Jahre 1939 aus Schneidemühl

Foto des Einbandes des Familienbuches aus dem Jahre 1939 aus Schneidemühl

Ja, kann denn da was Neues drinstehen, was mir helfen könnte? Eigentlich nicht, oder? Trauzeugen wären spannend, aber Datum und Namen kenn ich doch … den Mikrofilm kann ich ja mal sichten, wenn ich Zeit hab. Denkste Puppe! Hätte ich den Film früher angefordert und gesichtet, hätte ich die Geburtsurkunde meiner Uroma (dazu später sehr viel mehr!) superschnell finden und einordnen können. Aber das ist natürlich nicht alles. Schauen wir uns das Dokument mal gemeinsam an …

Das Dokument:

Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

„Schneidemühl, den 18. Oktober 1939

1. Der Soldat, Kraftwagenführer Albinus Bernhard Klatt, katholisch, geboren am 23. August 1912 in Riege (Standesamt Rose, Kreis Deutsch Krone, Nr. 39/1912), wohnhaft in Schneidemühl, Gönner Weg 2

und die

2. ____(??)gehilfin Anna Spickermann, katholisch, geboren am 25. Januar 1912 in Schneidemühl (Standesamt Schneidemühl Nr. 66/1912), wohnhaft in Schneidemühl, Königsblicker Straße 28 erschienen heute ….

Als Zeugen waren anwesend:

1. Die Arbeiterin Antonia Klatt, durch Arbeitsbuch ausgewiesen, 30 Jahre alt, wohnhaft in Schneidemühl, ____(??)austraße 1

2. Der Kraftwagenführer Johannes Heldt, durch _________(???) ausgewiesen, 26 Jahre alt, wohnhaft in Schneidemühl, _____(??)straße 10.

[Formulartext]

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Die Unterschriften von meinem Opa Albin, meiner Oma Anna, meiner „Tante“ Toni und von dem mir bisher unbekannten Johannes Heldt.

Zweiter Teil Heiratsurkunde von Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Zweiter Teil Heiratsurkunde von Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

„2. Teil, I. Eltern der Ehegatten

1. Vater des Mannes: [frei]

2. Mutter des Mannes: [frei]

3. Vater der Frau: Spickermann, Emil,

Arbeiter, (letzter) Wohnort Schneidemühl, kath., Geburtsort Stöwen, Geburtstag 7.11.1870, (Standesamt und Nr.) Pfarramt Schneidemühl

4. Mutter der Frau: Dahlke, Elisabeth

(Beruf durchgestrichen/ausgelassen), Wohnort Schneidemühl, kath., Geburtsort Schneidemühl, 9.10.1874 (Standesamt und Nr.) Schneidemühl Nr. 14

Eheschließung: Schneidemühl, 26.10.1899, Schneidemühl Nr. 109

II. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

II. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

II. Teil Angaben über die Ehegatten

1. Mann

rassische Einordnung: deutschblütig

2. Frau

rassische Einordnung: deutschblütig

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

III. Gemeinsame Kinder

1. Herbert

Geburtsort Schneidemühl, 24. August 1944, (Standesamt und Nr.) Schneidemühl Nr. 1454/1944 [Unterschriftkürzel des nachtragenden Beamten] 25.8.44″

Auswertung:

Zunächst einmal zur Quelle des Familienbuches: Das sog. Familienbuch dieser Zeit ist Teil der Personenstandesgesetze. Es ist im Grunde nicht viel anders als die seit 1874 geführten Heiratsregister. Aber es gibt Feinheiten, die erwähnt werden sollten. Allen voran die Intention der Regierenden dieser Änderung im Personenstandsgesetz: Im ab jetzt zu führenden Familienbuch sollte es für jeden ersichtlich sein, welche Ahnen die Familie hatte. Eingeführt wurde diese Änderung von der Nazi-Regierung am 3. November 1937. Zu dieser Zeit werden Juden und andere „Unerwünschte“ bereits massiv diskriminiert und aus dem öffentlichen Leben herausgedrängt. Zunächst wird hier von den Nazis gesetzlich festgelegt, dass ab nun die „Ahnen“ und Nachkommen im Heiratsregister (jetzt: Familienbuch) gelistet werden sollen. Am 19. Mai 1938 folgte eine weitere Gesetzesänderung: Nun sollte auch die ehemalige (!) Angehörigkeit an der jüdischen Religion hier dokumentiert werden.

Während sich die Angaben auf dem Dokument selbst sich kaum änderten, wird aus den Gesetzen selbst klar, dass es hier nicht um eine Familien-freundliche Dokumentation der Personen ging, sondern vor allem um leicht nachvollziehen zu können, mit wem man verwandt war.

Wie man an diesem Dokument sieht, wurde im Fall meines Opas nicht weiter darauf bestanden, dass er seine Vorfahren nachwies. Inwieweit dies verpflichtend war, weiß ich leider so ohne weitere Recherchen nicht. Ich vermute aber, bevor mein Opa Soldat wurde, musste er einen „persil-weißen“ Ahnenpass vorweisen. (Ahnenpässe gab es seit 1933.)

Hier begegnen wir also einem Dokument, welches ganz stark von der aktuellen Politik geprägt war. Die Informationen wurden hier nicht nur einfach gesammelt und dokumentiert, es wird auch die Intention sichtbar, warum diese Daten gesammelt und dokumentiert wurden: Damit man stets in der Lage war, die Familienverhältnisse und die jüdischen (oder sonstigen) Einflüsse nachweisen und verfolgen konnte.

Die Angaben unter römische Zwei – „rassische Einordnung – deutschblütig“ – brauche ich gar nicht weiter zu kommentieren.

Die verabscheuenswürdige Politik der Nazis greift hier ganz direkt in den Lebensalltag der Menschen hinein. Die willkürlichen Feindbilder werden selbst in Heiratsdokumenten zementiert.

Das Familienbuch selbst bestand aber weiter noch bis ins Jahr 2008 (?). Beim Standesamt wurde weiterhin das Familienbuch geführt, in dem die direkten Vorfahren, die Heiraten, Sterbefälle und Kinder eingetragen wurden. Vermutlich hat auch diese Praxis dazu geführt, dass Ahnenforschung (ich benutze bewußt dieses Wort hier) in Deutschland einen „ungewünschten Geschmack“ hat.

Nun aber zu den konkreten Angaben aus diesem Dokument!

Mein Opa Albin war LKW-Fahrer bei der Färberei Erbguth in Schneidemühl. Davor, als er noch bei seiner Familie in Riege/Deutsch Krone lebte, arbeitete er vor allem als landwirtschaftlicher Helfer und Arbeiter. Zu dieser Zeit war er auch bereits Soldat. War aber tatsächlich mehr oder minder von seinen soldatischen Pflichten entbunden und war in Schneidemühl stationiert. Geheiratet haben die Zwei, als Albin, Anna und den anderen klar wurde, dass er tatsächlich als Soldat eingesetzt werden könnte. (Heirat der beiden am 18. Oktober 1939, der Überfall auf Polen war am 1. September 1939 gelaufen.)

Mein Patenonkel erzählt immer wieder von dieser Hochzeit: Alkohol gab es nur mit Bezugsmarken. Die Familienfeier an sich war klein und familiär. Mehrere soldatische Vorgesetzte von Opa hatten sich selbst eingeladen und haben innerhalb kürzester Zeit so viel gesoffen, dass sie total betrunken waren.

Die Adresse, die für Opa gelistet ist – Gönner Weg 2 – passt zu einem Adressbuch-Eintrag aus Schneidemühl aus dem Jahre 1938, wo Opa mit der gleichen Adresse auftaucht.

Oma Annas Adresse ist die „altbekannte“ – Königsblicker Str. 28. Hier lebte sie bereits seit Jahren mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern (bis diese auszogen) und dort würde sie bis zur Flucht aus Schneidemühl wohnen bleiben.

Zeugen der Hochzeit waren Opas Schwester Toni. „Tante“ Toni hatte die beiden verkuppelt. Und mit seiner nur wenige Jahre älteren Schwester, verstand sich Opa immer am besten. Es erscheint nur logisch, dass sie als Zeugin auftaucht. Etwas überrascht bin ich, dass sie scheinbar mit 30 Jahren alleine in Schneidemühl auftaucht. Ist sie nicht nur „Arbeiterin“ sondern auch unverheiratet, wie es ihr Nachname ( = Geburtsname Klatt) andeutet? Ihre Adresse kann ich leider immer noch nicht genau entziffern.

Der andere Zeuge ist ebenfalls LKW-Fahrer. Ich vermute er dürfte auch für die Färberei Erbguth gearbeitet haben.

Bei den Unterschriften ist mir direkt aufgefallen, wie Albin, Anna und Antonia ihr „großes A“ schreiben. Mag es daran liegen, dass Albin und Antonia aus der gleichen Familie stammen oder in die gleiche Volksschule gingen …

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Der Zweite Teil … manchmal „weiß“ man ja einfach was. So „wußte“ ich einfach, dass in der Heiratsurkunde keine Angaben über meine Urgroßeltern aus Riege stehen würden. Ich wußte es einfach. Eine Enttäuschung es dann auf dem Mikrofilmlesegerät zu sehen, war es dann schon.

Da ich irgendwie schon ahnte oder wußte, dass ich mit diesem Dokument nicht weiter in die Tiefe auf der Klatt Seite komme, habe ich auch diese Dokument lange gar nicht anschauen wollen.

Tja und dann kommen die Angaben von Annas Eltern. Grmpf. Mühsam hab ich die Geburtsurkunde meiner Uroma Elisabeth Dahlke gesucht. Und diese nicht gefunden. Letzendlich habe ich ihre Geburtsurkunde durch dieses Dokument erst gefunden.

Die Angaben zu meinem Uropa dagegen sind einfach nur super erfreulich! Diese fand ich später auch auf der Heiratsurkunde von Uroma und Uropa, allerdings habe ich hier den Vermerk auf etwas ganz Kleines und ganz Wichtiges, was mich springen lässt! 😀

Denn Emils Geburt, so steht es hier ganz deutlich zu lesen, ist standesamtlich beurkundet durch das Kirchenbuch der Stadt Schneidemühl! BINGO! Denn das besagte Kirchenbuch gibt es und ist in Polen gut behütet vorhanden. Da ich sowieso in weiter Zukunft nach Polen reisen möchte um genau diese Kirchenbücher zu durchsuchen, bin ich natürlich begeistert!

Und hier kommt nun spätestens der Augenblick, wo ich nur noch laut „NEIN!“ rufe … unter römisch Drei sind die Kinder gelistet:

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Haaaaaa ………. ich habe Herberts Geburtsurkunde mühselig selbst gefunden, indem ich alle Geburtsurkunden aus 1945 und 1944 gesichtet habe … naaaajaaaaa. Verena, das hätte einfacher gehen können!

Fazit:

Welche neuen Forschungsansätze habe ich nun?

Urgroßeltern „aus Riege“. Tja, wieder nix. Die kriege und kriege ich nicht zu fassen. Manchmal spiele ich sogar mit dem Gedanken, dass bewußt, die Familienverhältnisse im Dunkeln gehalten wurden. Aber bisher habe ich nur den Hinweis, dass die Großmutter mütterlicherseits von Opa einen polnischen Namen hatte. Wäre das ein Grund die Familienverhältnisse zu verheimlichen? Ich glaube eher nicht. Ganz typisch für meinen Opa war einfach, dass er sehr ruhig war und von sich aus nie etwas erzählte. Dazu passen als die Dokumente, auf denen kaum Angaben sind. Mir scheint da keine Intention dahinter zu stehen, sondern einfach nur seine menschliche Art.

Die Personenstandsakten des Standesamt Rose – bisher scheint es so, als seien sie am Ende des 2. Weltkrieges verloren gegangen. Allerdings gibt es ja immer noch die kleine Hoffnung, dass diese Akten in polnischen Archiven schlafen. (Es gibt ja tatsächlich deutsche Aktenbestände, die immer noch nicht gesichtet und indexiert wurden. Die großen und tollen Aktionen der polnischen Archive in neuster Zeit geben Grund zur Hoffnung, dass alle Betroffene zumindest in absehbarer Zeit hier mehr erfahren könnten.)

Einige direkte Forschungsansätze habe ich sofort umgesetzt: Die Geburtsurkunde von meiner Uroma konnte ich nur durch die Geburtsurkunden-Nummern identifizieren. Hierzu gibt es noch viel zu berichten.

Herbert Klatt (1944 – 1945)

Wie bereits mehrfach in diesem Blog berichtet, war bereits in meiner Kindheit ein großer Motivator zur Familienforschung das Schicksal meines Onkels zu erkunden. Denn sein Schicksal legte sich wie ein Schatten über das Leben so vieler. Ich bin der festen Überzeugung, das Leben meiner Mutter wäre anders verlaufen. Das Leben meiner Großeltern mütterlicherseits sowieso – es muss einen gewaltigen Schaden nehmen, wenn das eigene Kind stirbt. Aber selbst ich werde emotional wenn ich an den kleinen Herbert denke. Dabei starb er Jahrzehnte vor meiner Geburt.

Seinen dramatischen letzten Weg muss ich noch besser rekonstruieren. Aber jetzt habe ich zumindest etwas ganz Wichtiges vor mir liegen: Herberts Geburtsurkunde.

Ich weiß, dass selbst Mama, die sich nicht besonders für meine Familienforschung interessierte, gerne gewußt hätte, wie alt Herbert tatsächlich war, sprich wann er geboren wurde.

Aus dem Mikrofilm 302080 der Mormonen „Schneidemühl, Zivilstandsregister, Geburten Januar – Mai 1944“:

Geburtsurkunde Herbert Klatt

Geburtsurkunde Herbert Klatt

Als ich das Dokument auf dem Mikrofilmlesegerät so plötzlich vor mir sah, da war ich richtig vor den Kopf geschlagen. Und ich war überrascht wie viele Emotionen in mir hoch kamen, wirklich die ganze Palette … dann begann ich den Inhalt wieder und wieder zu lesen …

„Geburtsurkunde Nr. 1454

Schneidemühl den 25. August 1944

Die Anna Klatt geborene Spickermann katholisch, wohnhaft in Schneidemühl bei ihrem Ehemanne

Ehefrau des Kraftwagenführers Albinus Bernhard Klatt katholisch

wohnhaft in Schneidemühl, Königsblicker Str. 28

hat am 24. August 1944 um 3 Uhr 10 Minuten zu Schneidemühl in ihrer Wohnung

einen Knaben geboren. Das Kind hat den Vornamen Herbert erhalten.

Eingetragen auf mündliche Anzeige der Frau Anna Maria Spickermann, Schneidemühl, Bromberger Str. 42.“

Das ist sie also, die Geburtsurkunde vom kleinen Herbert.

Was mich so umgehauen hat und immer noch umhaut, ist dass so viele Geburtsurkunden im Jahr 1944 gab! Zwei dicke Mikrofilme voll! (Ich hatte ja zunächst den zweiten Film von 1944 bestellt und komplett durchsucht.)

Das sind nicht nur unheimlich viele Dokumente – das sind alles kleine Menschenleben, die gerade geboren wurden. Das sind jedes Mal Mütter, deren Ehemänner wahrscheinlich irgendwo im Krieg eingesetzt sind. Das sind jedes Mal Familien, die sich über ein Kind freuen, ihm alles Gute wünschen und dennoch sich viele Sorgen machen.

Wie viele dieser vielen Kinder werden überlebt haben?

Wenige Monate später, Ende Januar 1945, werden die Bewohner entweder von den angreifenden Russen getötet werden oder sie müssen mitten im Winter flüchten! All diese Kinder werden kaum ein Jahr alt gewesen sein – wie viele werden die Flucht überlebt haben?

Das sind sehr bedrückende Gedanken. Wenn ich dann noch darüber sinniere, wie sehr das Schicksal dieses Kindes das Leben meiner Familie prägte …

Auswertung:

Am 24. August 1944 wurde die 32jährige Anna Klatt (geborene Spickermann) Mutter. Sie hatte sich einen Jungen so sehr gewünscht, und ihr Wunsch war wahr geworden. Der kleine Herbert wurde einen Tag nach dem 32. Geburtstag seines Vaters Albin geboren. So weit ich weiß, war Opa Albin zu dieser Zeit beim Militär. Und die Geburt angefangen hat – sprich die Wehen setzten wohl schon ein – am Tag davor, an Opas Geburtstag.

Und hier habe ich es „schwarz auf weiß“ – Opa und ich waren in der gleichen Branche tätig. (Oma auch, beide arbeiteten als „Boten“ bei der Firma Erbguth in Schneidemühl.) Opa war LKW-Fahrer, ich bin gelernte Speditionskauffrau und habe bis zu meinem Studium in meinem Beruf gearbeitet.

Ort der Geburt war die Wohnung der Spickermänner – die kleine Wohnung, in der Elisabeth Spickermann (geborene Dahlke) bereits seit vielen Jahren mit ihren Kindern gewohnt hatte. Mit der Zeit waren alle ihre Kinder, bis auf ihre jüngste Tochter Anna, ausgezogen. Und obwohl dies im wahrsten Sinne eine Frauenhaushalt war – Elisabeth früh verwitwert, jetzt in der Kriegszeit lebten die Frauen dort ganz ohne Mann – wird auf der Geburtsurkunde „bezeugt“, dass Anna ihren Sohn in der Wohnung ihres Mannes zur Welt gebracht hätte.

Die Geburt angezeigt hat Anna Maria Spickermann, geborene Sydow. Sie ist die Mutter von Resi, die immer noch sehr lebendig ist. Anna Maria war die Ehefrau von Emil Spickermann, dem Bäcker. („Willst Du Dich mit Schmeling messen, musst Du Spickermann Brot und Kuchen essen.“)

Der kleine Herbert wurde wahrscheinlich nach Herbert, dem mittleren Sohn von Elisabeth M., Elisabeth Spickermanns-geborene Dahlke ältester Tochter, benannt. (Nachnamen lass ich hier aus, Herbert lebt und ich weiß nicht, ob es ihm recht wäre, wenn sein Name hier offen zu lesen wäre.)

Ausblick:

Wie alt war nun der kleine Herbert als er starb?

Wenn ich davon ausgehe, dass Herbert Anfang Februar 1945 starb (und das scheint sehr wahrscheinlich), dann war er gerade einmal fünf Monate alt.

Ein fünf Monate altes Baby, welches vielleicht gerade einmal damit anfangen kann alleine zu sitzen. Und das ist das Baby, mit dessen Schatten meine Mutter ihr ganzes Leben konkurrierte. Erschreckend.

Es sind diese kleinen Details, die „Krieg“ ins „echte Leben“ holen. Wie viele Leben zerstört und belastet werden … es ist unbegreiflich.

Noch ungeklärt:

Wann und wo starb Herbert?

In der Familie gab es eigentlich immer unisono die Antwort – „In Eggersdorf. Dort ist er auch auf einem kleinen Friedhof begraben. Tante Tony und Onkel Nikky haben sich um sein Grab gekümmert. Der Friedhof war in der Ostzone, da konnte die Familie, die im Westen lebte kaum hinkommen.“

Eggersdorf ist heute mit dem Dörfchen Petershagen zusammengefasst und befindet sich östlich von Berlin im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg.

Dort gibt es tatsächlich zwei Friedhöfe, wobei nur einer damals schon in Funktion war. Dieser befand sich sogar in Laufweite im ehemaligem Haus von Tante Tony und Onkel Nikky.

Aber meine Recherche dort liefen ins Leere. Keine Unterlagen über eine Beerdigung von Herbert Klatt 1945 vorhanden.

Dann hatte ich eines Tages die wilde Idee doch einfach mal auf findagrave.com nach „Herbert Klatt“ zu suchen. Und siehe da, ich fand einen Eintrag. Kann das sein?!

Eine weitere Suchmaschinensuche … und ich fand dies hier: Online Gefallenendenkmäler.

Auf dem ev. Emmaus-Friedhof in Berlin-Neukölln wird ein „Herbert Klatt“ mit dem Todesdatum „1945“ gelistet. Keine weiteren Angaben.

Kann es sein?!

Auf diesem Friedhof liegen eine ganze Reihe offensichtlicher Zivilisten – Frauen und Kinder. Hier sind also nicht nur Soldaten beigesetzt.

Ob man da einfach mal anrufen kann? Am liebsten würde ich sofort mit dem nächsten Zug oder Bus nach Berlin fahren und mir dieses Grab anschauen … ob ich auch noch das Todesdatum herausfinden kann? Vielleicht sogar in welcher Klinik er behandelt wurde?

Was ich bereits jetzt anders schreiben kann, wäre der Titel dieses Blogeintrages:

Herbert Klatt (24. August 1944 – 1945)

Es ist immer schön und ein bißchen bewegend, wenn man von einem Familienmitglied ein Lebensdatum ergänzen kann. Aber dieses hier, das bewegt mich ganz tief und ich hoffe, dass irgendwo meine Mutter etwas Ruhe findet.

 

Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke

Da will ich doch mal direkt mit einer großen Überraschung anfangen, die eine Merkwürdigkeit nach der anderen mit sich bringt – ich habe tatsächlich die Geburtsurkunde von meiner Uroma Elisabeth Dahlke gefunden.

Geboren wurde sie am 9. Oktober 1874. Anfang/Mitte Oktober 1874 begann die Verwaltung der Stadt Schneidemühl damit, Zivilstandsakten zu führen. Den entsprechenden Mikrofilm der Mormonen bestellte ich mir natürlich … und war enttäuscht. Denn ich fand einfach nicht Elisabeths Geburtsurkunde. Ich war perplex, weil ich einfach davon sicher ausgegangen war, ich würde die Geburtsurkunde sofort finden, direkt am Anfang des Films.

Als ich dann die Heiratsurkunde von meiner Oma Anna Spickermann (Tochter von Elisabeth) mit meinem Opa sah, musste ich einfach noch mal in den Mikrofilm schauen. Denn dort in der Heiratsurkunde waren die jeweiligen Geburtsurkunden Nummern mit den ausstellenden Städten genannt.

Und schwupps!! Die Welt steht ein bißchen Kopf!

Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke - allerdings war dies offenbar nicht ihr "Geburtsname"

Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke – allerdings war dies offenbar nicht ihr „Geburtsname“

Hier erstmal das komplette Dokument – jedes Mal wenn ich es betrachte, erinnert es mich an meinen Fehler. Es ist Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde, obwohl ihr Name dort nicht in den entsprechenden Feldern eingetragen ist. (Hart)man(n) muss halt auch stets die Notizen und Änderungen lesen. Denn, wie in diesem Falle, können offizielle Dokumente später geändert oder berichtigt (!) werden.

Aber ich fange mal von vorne an: Diese Aufnahme ist aus dem Mikrofilm „Schneidemühl, Zivilstandsregister, Geburten 1874-1876“.

elisabeth_dahlke_geb_02„Geburtsurkunde Nr. 14

Schneidemühl am 15. Oktober 1874

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute, der Person nach bekannt der Arbeiter Alexander Bukowski wohnhaft zu Schneidemühl, Bromberger Strasse Nr. 23, katholischer Religion“

elisabeth_dahlke_geb_03

„und zeigte an, daß von der unverehelichten Julie Endisch, ______ Wirtin [???], katholischer Religion, wohnhaft zu Schneidemühl in seiner Wohnung am neunten Oktober 1874 abends um zehn Uhr ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei, welches einen [?] Vornamen un_____ [?!] erhalten habe.“

Leider kann ich nicht alles lesen. Dabei hab ich sogar schon Hilfe bekommen von der sehr netten Birgit, die ich in der Forschungsstelle kennengelernt habe.

Um diese Geburtsurkunde abzurunden, schauen wir mal auf die Unterschrift des „Melders“:

elisabeth_dahlke_geb_04Na, wenn das nicht das Dokument von 1874 abrundet – der „Melder“ der Geburt, Alexander Bukowski, „unterzeichnet“ das Dokument mit drei Kreuzen. Sprich: Er konnte nicht schreiben und vermutlich auch nicht lesen.

Normalerweise würde ich jetzt davon ausgehen, dass der zuerst genannt Mann, der auch die Geburt in seiner Wohnung meldet, der Vater ist. Aber naja, das muss halt nicht sein.

Bis hier kann man erstmal feststellen: Es ist kein Mädchen geboren worden, die Mutter hieß Julie Endisch und dem Kind wurde scheinbar kein Vorname gegeben. (Was steht dort genau, ich kann es leider nicht lesen ….)

Aber die Geschichte des Dokumentes geht weiter. Es folgt ein Aktenvermerk vom 24. Oktober 1874. Leider kann ich hier nicht alles entziffern:

„____ Schneidemühl den 24. Oktober 1874 vor dem Standesbeamten erschien der Person nach bekannte Arbeiter Alexander Bukowski und zeigte an, dass von der Julie Endisch am 9. Oktober geborene Kind den Vornamen Elisabeth erhalten habe.“

Wieder von Alexander Bukowski mit drei Kreuzen unterzeichnet.

Wie gesagt, ich kann nicht alles lesen und hier half mir bereits Birgit.

Das Mädchen hat jetzt den Namen Elisabeth Endisch. Gemeldet wurde die Geburt und die Vergabe des Vornamens vom Arbeiter Alexander Bukowski. In dessen Wohnung brachte Julie Endisch das Kind zur Welt.

Und hier der letzte Aktenvermerk:

elisabeth_dahlke_geb_06„Die Mutter des Kindes ist die unverehelichte Johanna Dahlke“

Wieder kann ich Einiges nicht genau entziffern, aber die Änderung erfolgt auf Anordnung des „Königlichen Kreisgerichts zu Schneidemühl am 3. März 1898

Schneidemühl am 08 März 98“

Ein letzter Nachtrag „H. geheiratet No. 109/1899 hier“.

Auswertung:

Was für ein Dokument! So eine Geburtsurkunde ist mir bisher noch nicht begegnet! Und ich mache das ja nun schon seit über 20 Jahren. (Meine Güte bin ich alt mittlerweile ….)

Ich werde das Dokument nun „zeitlich von hinten“ aufblättern, so wird es einfacher.

1899 heiratet Elisabeth. Bevor sie das machen kann, muss sie den Behörden ihre Geburtsurkunde vorlegen. Das wird wahrscheinlich bereits 1898 geschehen sein, vielleicht aber auch schon 1897. Denn Anfang März 1898 ordnet das Kreisgericht von Schneidemühl an, dass diese hier vorliegende Geburtsurkunde geändert werden muss. (Wie lange solch ein Antrag und Prozess wohl damals gedauert hat?)

Sagen wir, Elisabeth wollte 1897 heiraten. Zu diesem Zeitpunkt wäre sie dann 22/23 Jahre alt gewesen. Emil Spickermann, ihr zukünftiger Ehemann, war übrigens 26/27 Jahre und bereits verwitwert. Und Elisabeth stellt fest, dass sie laut ihrer Geburtsurkunde Elisabeth Endisch heißt, Vater nicht genannt. Der einzige Mann, der erwähnt wird, ist die Person, in dessen Wohnung sie zur Welt kommt.

Sie geht zum Kreisgericht und die Geburtsurkunde wird geändert. Sie kann heiraten. Die Änderung des Dokumentes erfolgt Anfang März 1898, die Hochzeit findet am 25. Oktober 1899 in Schneidemühl statt.

Klingt das logisch?

Warum ist da „so viel Zeit“ zwischen der Dokumentenänderung und der Hochzeit? Über ein Jahr! Fast ein Jahr und sieben Monate. Das ist wirklich lang!

Eine andere Idee. Wir werfen einen Blick auf die Hochzeitsurkunde von 1899.

Dort werden Elisabeth Dahlkes Eltern erwähnt: Johanna Dahlke und Heinrich Binnenböse. Ebenfalls erwähnt ist, dass die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet waren, dies aber später nachholten. Am 25. Oktober 1899 wird ebenfalls erwähnt, dass beide – Johanna und Heinrich – bereits verstorben sind.

Kann es sein, dass Elisabeth damit begann ihre Geburtsurkunde zu ändern, als ihre Eltern starben und es auffiel, dass die Angaben in der Geburtsurkunde nicht korrekt waren? Oder könnte es auch sein, dass die Behörden von selbst begannen einen „Verwaltungsprozess“ (wie auch immer geartet) zu starten, um die Angaben auf dem Dokument zu korrigieren?

Andere Dokumente, die hier helfen können Klarheit zu bringen:

index_binnenböse_dahlkeSchlechtes (Arbeits-)Foto aus dem „Personenstandsakten Schneidemühl Index Geburten, Heirat, Tote 1874-1876“.

1875 Binnenböse Carl Heinrich Arbeitsmann und Dahlke Johanna.

1876 wird dort die Geburt einer Maria Binnenböse gelistet. Die Geburtsurkunde habe ich natürlich direkt gesichtet. (Aus dem gleichen Mikrofilm, in dem auch Elisabeths Geburtsurkunde abgebildet ist.)

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Ich mache jetzt eine kurze Zusammenfassung:

Schneidemühl 13. Mai 1896

Heinrich Carl Binnenböse, evangelisch und seine Ehefrau Julie Binnenböse, geborene Dahlke, am 11. Mai 1896 morgens um 7 Uhr ein Mädchen mit dem Namen Maria geboren wurde. Heinrich „unterzeichnete“ mit drei Kreuzen.

Am 22. Mai 1896 wurde ein Nachtrag vermerkt: Angeordnet vom Königlichen Kreisgericht wird geändert, dass die Mutter Johanna nicht Julia heißt.

Auswertung:

Offensichtlich kann das Königliche Kreisgericht sehr schnell Änderungen anordnen. Am 13. Mai wurde die Geburtsurkunde erstellt, das Kreisgericht ließ bereits am 22. Mai die Urkunde abändern.

Interessant ist, dass der Vorname der Mutter geändert wurde. War Julia oder Julie vielleicht ihr Rufname?

Ich rätsel ja immer noch, ob es aus der Verbindung weitere Kinder gibt. Aber die beiden weiblichen Namen – Elisabeth und Maria – machen aus christlich-katholischer Namensgebungstradition stark Sinn. (Es steht hier noch eine Erzählung aus, die ich nachholen werde. Meine Mutter hieß Regina, es gab auch eine Maria. Ich werde darauf zurückkommen.) Vielleicht gab es aber auch noch Jungs?

Offene Fragen:

… die sich vielleicht gar nicht mehr klären lassen …

Sind zu diesen Geburtsurkundenänderungen Gerichtsakten entstanden? Wenn ja, sind diese eventuell noch erhalten im Archiv (in Pila)?

Warum Julie/Julia? Julie französisch ausgesprochen? Ist das vielleicht der Rufname? Gab es in der Familie (die Mutter?) eine weitere Johanna?

Wo kommt der Nachname „Endisch“ her?!?

Wer ist Alexander Bukowski und in welchem Verhältnis stand er zu Johanna Dahlke? Lebte Johanna damals bei ihm? Oder war sie nur für die Geburt dort? Das Kind kam um 10 Uhr abends auf die Welt. Hausgeburten waren damals üblich. Häufig werden Hebammen als „Melder“ der Geburten gemeldet. Eine Hebamme scheint sich aber nicht mit dieser Geburt beschäftigt zu haben?

Wo war Heinrich Carl Binnenböse zur Zeit der Geburt von Elisabeth? Lebten die zwei zusammen? War Heinrich vielleicht einfach nicht in der Stadt aus welchem Grund auch immer?

Kann es sein, dass Elisabeths Geburtsurkunde gesichtet wurde, als ihre Eltern oder ein Elternteil verstarb? (Erbschaftsreglung?) Oder steht die Dokumentenänderung mit ihrer Hochzeit zu Emil Spickermann in einem direkten Zusammenhang?

Was wurde aus Maria Binnenböse?

Ist das nicht spannend? Für mich kommt das alles sehr unerwartet. Aber immerhin bin ich nicht mehr so perplex wie ich am Anfang war, als ich zuerst merkte, dass die tatsächlich die Geburtsurkunde von Elisabeth ist.

Und jetzt bin ich müde. Bis zum nächsten Blogpost! 🙂