Maria Binnenböse wird geboren

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Aus dem Mikrofilm der Mormonen, Personenstandsakten Schneidemühl, Geburten 1874-1876.

„Nr. 170

Schneidemühl, den 13. Mai 1876

Vor dem Standesbeamten erschien heute der Persönlichkeit nach ___________ August Kinowski ___ ___ __kannt

[Für jeden Hinweis, was hier steht, bin ich sehr dankbar – der einzige Grund, warum ich diese Geburtsurkunde nicht früher vorgestellt habe ist, dass ich sie nicht ganz zweifelsfrei entziffern kann.]

der Arbeitsmann Heinrich Carl Binnenböse

wohnhaft zu Schneidemühl, _______ Straße Nr. 3, evangelischer Religion

und zeigte an, daß von der Julia Binnenböse

geborene Dahlke, seiner Ehefrau, katholischer Religion

wohnhaft __________________ (bei seiner _________ ???)

Schneidemühl, [gleiche Adresse wie Heinrich Carl Binnenböse]

am dritten May [?????] des Jahres 1876″

 

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

„morgens um sieben Uhr

ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei, welches den Vornamen Maria erhalten habe.

Vorgelesen, genehmigt und _______________ [????]

XXX“

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Nachtrag auf dem Dokument:

„Die Entbindende [??] heißt mit Vornamen Johanna nicht Julia

_________________ zufolge Anordnung des Königlichen Landgerichts zu Schneidemühl vom 22. Mai 1896, Schneidemühl der 1. August 1896, der Standesbeamte in Vertretung [Unterschrift]“

Auswertung:

Die Geburtsurkunde zusammen mit Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde und der Heiratsurkunde der Eltern Johanna Dahlke und Carl Heinrich Binnenböse löst erst wirklich das Rätsel, welches sich auftut, wenn man zunächst nur Elisabeths Geburtsurkunde sieht.

Johanna und Heinrich haben nach Elisabeths Geburts geheiratet. Was sich übrigens als Geschenk für die nachfolgenden Generationen herausstellt. Hätten sie vor Elisabeths Geburt geheiratet, wäre keine Personenstandsakte zum Vorgang entstanden und erhalten geblieben.

Johanna wurde anscheinend Julia genannt, hieß aber offensichtlich „amtlich“ nicht so. Carl Heinrich wurde offensichtlich Heinrich genannt.

Heinrich konnte sich offenbar auch nicht ausweisen. Kann es sein, dass er keine Papiere zu seiner Abstammung hatte? Das würde mich wundern, denn von Teresa weiß ich, dass offenbar ein Teil der Binnenböses aus Hasenfier nach Amerika auswanderten – um dies zu tun, mussten sie sich bereits vor der Abreise ausweisen. Sollte sich nur ein Teil der Familie mit diesen wichtigen Dokumenten eingedeckt haben?

Auch bin ich immer noch hin- und hergerissen was ich jetzt genau über Heinrichs Schreibkünste denken soll: Konnte er gar nicht lesen und schreiben? Konnte er nur seinen eigenen Namen schreiben? Konnte er es, wollte es aber nicht?

Hier auf Marias Geburtsurkunde unterschreibt er mit drei „XXX“.

Die Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke, Marias älterer Schwester, ist ebenfalls mit einem „XXX“ unterzeichnet, allerdings anscheinend von Alexander Bukowski. (Wie dieser zu Kind und Mutter steht, weiß ich immer noch nicht.)

Auf der Heiratsurkunde von Johanna Dahlke und Heinrich Binnenböse dann das hier:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

„vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Carl Heinrich Binnenböse

Johana Dalke [sic!]

Emil Koch

Karl Eduard Graffunder“

Hmmmm …..

Fest steht: Marias Geburtsurkunde wird kurz nach ihrem 20. Geburtstag vom Landgericht Schneidemühl geändert.

Nicht dramatisch, aber zumindest parallel mit der Änderung auf Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde: Mutter heißt nicht Julia, sondern Johanna Binnenböse, geborene Dahlke.

Es wäre toll, wenn die Gerichtsakten aus Schneidemühl noch existieren würde … da muss ich dringend mal recherchieren, ob da noch etwas vorhanden ist!

Vielleicht wollten beiden Töchter ihre Geburtsurkunden für eine folgende Heirat? Auf Verdacht hin ins Blaue wird ja ein Gericht in solchen Angelegenheiten nicht tätig …

Die Person, die anscheinend Heinrich Binnenböse ausweisen/bezeugen konnte, ist mir bisher noch nicht begegnet. Im Adressbuch der Stadt Schneidemühl (über genwiki abgefragt) taucht eine Witwe Wilhemine Kinowski auf der Gartenstr. 15 auf.

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