Eddie White

Schon etwas länger schiebe ich es vor mir her – obwohl ich mich eigentlich auf diesem Blog auf meine mütterliche Seite konzentrieren möchte, die ich bisher nur wenig erforschen konnte, gibt es doch einige Personen auf meiner väterlichen Seite, die meine genealogischen Forschungen extrem geprägt haben und weiterhin prägen.

Heute stelle ich Eddie White vor – mein Großvater väterlicherseits.

Eddie White, Foto etwa 1946 aufgenommen

Eddie White, Foto etwa 1946 aufgenommen

Wer ist Eddie White?

Eddie White ist der Soldat, der meine Großmutter väterlicherseits geschwängert hat. Er ist somit der leibliche Vater meines Vaters und mein leiblicher Großvater väterlicherseits.

Wer ist meine Großmutter väterlicherseits und wie waren die Lebensumstände?

Meine Großmutter hieß Maria Elisabeth Eckert, wurde geboren am Sonntag, den 29. Dezember 1918 in Flörsheim am Main. Ihr Rufname war Elli. Sie war das zweite Kind von Lina Lehmann und Lorenz Eckert. Ihr 11 Jahre älterer Bruder hieß Otto Eckert. Als Elli 1 Jahr, 11 Monate, 1 Woche und 5 Tage alt war, starb ihr Vater an den Folgen einer Explosion, die sich auf dem Werksgelände der Farbwerke in Hoechst ereignet hatte.

Lina, Ellis Mutter, heiratete erneut im Jahre 1926. Der Name des Stiefvaters lautete Johann Jakob Hartmann. Elli war also gerade einmal 8 Jahre alt, als ihre Mutter ihren Stiefvater kirchlich und standesamtlich heiratete. Otto wird wohl zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei der Familie gelebt haben. (Er war 19 Jahre alt.) Verifizieren konnte ich das allerdings nicht.

Kurz nach Kriegsende verstarb Lina an den Folgen einer schlecht verlaufenen Operation. Das war am 1. Juni 1945. Elli war 26 Jahre, 5 Monate und 3 Tage alt als sie zur Vollwaisin wurde.

Es fällt mir hier schwer die genauen Lebensumstände zu rekonstruieren: Lebte Elli zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Stiefvater zusammen? Oder hatte sie mittlerweile eine eigene Existenz in Nauheim, Kreis Groß Gerau alleine begonnen? Lina Lehmann, verwitwerte Eckert, verheiratete Hartmann starb im Krankenhaus von Goddelau, (heute Stadtteil von Riedstadt) Kreis Groß Gerau. Die Familie lebte anscheinend in Nauheim. Über die genauen Konstellationen weiß ich allerdings nichts. Ein Detail sagte mir meine Großmutter mehrfach – sie seien im Krieg ausgebombt worden. Ob das in Nauheim, oder noch in Flörsheim war, kann ich nicht sagen. (Würde sich vielleicht anbieten mal etwas in den entsprechenden Lokalhistorien nachzuforschen, wann es wo zu Bombadierungen kam? …)

Was laut Aussagen von Elli geschah war, dass sie einen US-amerikanischen Soldaten kennenlernte. Er lebte in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in Nauheim – er war wie andere Soldaten auch privat einquartiert. (Es war durch den Krieg viel Bausubstanz zerstört worden. Belegungsschwierigkeiten kamen häufiger vor. Die Militärs brachten einen Teil der Truppen in privaten Quartieren unter.) Der Name des Soldaten war Eddie White. Gegen Mitte des Jahres 1946 wurde seine Einheit plötzlich verlegt und da die beiden keine Adressen ausgetauscht hatten, brach der Kontakt ab. Die US-amerikanische Militärverwaltung wollte keine Informationen über den Soldaten herausgeben und keinen Kontakt vermitteln.

Elli war schwanger und zunehmend verzweifelt. Kurz vor Ende des Jahres, am 14. Dezember 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau, heiratete sie ihren Stiefvater Johann Jakob Hartmann. Knapp einen Monat später kam mein Vater Roman in Nauheim zur Welt.

Was genau hat Elli über Eddie weitergegeben, hatte sie irgendwelche Belege oder Ähnliches?

Meine Großmutter hat mit mir nie über Eddie White geredet. Alle meine Informationen habe ich von meinem Vater. Laut meinem Vater hielt er (Roman) Johann Jakob Hartmann für seinen leiblichen Vater. Johann Jakob starb als mein Vater 14 Jahre alt war.

An seinem (Romans) 18. Geburtstag teilte seine Mutter Elli ihm mit, dass Johann Jakob nicht sein leiblicher Vater gewesen sei. Sein leiblicher Vater war ein US-amerikanischer Soldat mit Namen Eddie White. Elli gab meinem Vater ein Foto (oben ist der Scan zu sehen), auf der Rückseite hatte sie mit Bleistift „Eddie Withe“ notiert. Sie sagte, Eddie hätte in einer kleinen Band Trompete gespielt, sein Spitzname sei „Whitie“ gewesen. (Meine Großmutter konnte kein Englisch, eventuell nur einige Brocken, sagte meinem Vater aber den Spitznamen „Whitie“.) Er sei ein wenig jünger als Elli gewesen. Er sei seit Mitte des Jahres 1945 bis etwa zur Mitte des Jahres 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau, in zivilen Unterkünften untergebracht gewesen. So hätten sie sich kennengelernt. Die Einheit von Eddie sei plötzlich ohne Ankündigung verlegt worden. Sie konnte ihn nicht mehr sprechen. Und die Militär-Kräfte verweigerten jede Aussage. Sie klapperte nun die ganze Gegend ab um Kontaktdaten zu finden oder irgendeinen Hinweis. Schließlich wurde sie bei einem Fotografen fündig. Dieser hatte Fotos von vielen der Soldaten gemacht – vor allem, damit die Soldaten diese Fotos an ihre Familien in die Staaten schicken konnten. Elli durfte sich die Fotos bei diesem Fotografen anschauen, erkannte ihren Eddie, fand dieses Foto/Negativ (oben abgebildet) und ließ sich eine Aufnahme geben.

Welche weiteren Belege gibt es, die Ellis Geschichte bestätigen können oder ihr widersprechen?

Mein Vater war mehrfach in den Staaten in Militärarchiven und hat im Zuge der Recherche erfahren, dass es sich bei der Einheit nur um die 333rd Special Service Regiment handeln kann. Nur diese Einheit befand sich zu dieser Zeit im Raum Nauheim. (Dazu sei bemerkt, dass mein Vater sich sehr sicher war, die richtige Einheit recherchiert zu haben. Allerdings mittlerweile das gerne noch einmal überprüfen würde.)

Als weiteren „Beleg“ gibt es das Foto, welches Elli bei einem Fotografen gefunden hat. Vermutlich hat meine Großmutter „Eddie Withe“ selbst mit Bleistift auf die Rückseite des Fotos geschrieben. Falls dies nicht der Fall war, war dies vermutlich eine Person im Foto-Laden.

Ein weiterer Beleg ist eventuell ein indirekter: Auf Ellis Schwangerschaft reagierten die Nachbarn in Nauheim sehr schlecht. Elli wurde angefeindet und laut Aussage meiner Mutter mit Steinen auf der Straße beschmissen, da sie sich mit einem „Feind“ (einem US-amerikanischen Soldaten, der Deutschland von den Nazis befreien half – damals kurz nach dem Krieg waren die Vorbehalte und Vorurteile aber noch ganz heftig vorhanden gegenüber den ehemaligen Kriegsgegnern) nicht nur eingelassen hatte, sondern auch ein Kind hatte machen lassen. Meine Mutter erzählte mir in meiner Kindheit mehrfach, dass Elli mit ihrer Familie aus Nauheim weggegangen wäre, weil die Anfeindungen so schlimm gewesen seien.

Haben sich Eddie und Elli jemals wieder gesehen? Hat mein Vater je seinen Vater getroffen?

Nein, Elli hat Eddie nie wiedergesehen. Mein Vater hat seinen Vater auch niemals kennengelernt. Wir gehen davon aus, dass Eddie mittlerweile verstorben sein wird.

Wie ist die Suche nach Eddie White bisher verlaufen?

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich das erste Mal erfahren habe, dass Eddie White, ein amerikanischer Soldat mein Großvater war. Das Foto oben hängt seit meiner frühsten Kindheit als Abzug bei uns an der Familienfoto-Wand. Ich weiß, dass ich als Kind davon überzeugt war, der Mann auf dem Foto sei mein Vater. Irgendwann fragte ich Papa, warum er da eine so komische Uniform trägt und warum das Foto schwarz-weiß ist. (Tatsächlich ist es leicht koloriert.) Erst da hörte ich von Eddie White.

Ich weiß, mein Vater hat in den 80er Jahren alle Eddie Whites oder Edward Whites postal angeschrieben, die er irgendwie nur ausfindig machen konnte. Ein paar Eddies/Edwards schrieben sogar Antwortbriefe – aber alle Antworten, die er erhalten hat, waren „Absagen“, teilweise mit Fotos, die die Angeschriebenen zeigten (und zeigten, dass sie ganz anders aussahen).

Mein Vater war mehrfach in Militär-Archiven. In einem hat er dann mit Hilfe der Mitarbeiter herausgefunden, dass es sich bei der Einheit, die sich in Nauheim befand, nur um das 333rd Special Service Regiment gehandelt haben kann. Mein Vater und ich unterhalten eine Website, die sich mit der 333rd Special Service Regiment befasst. Etwas später gelang es meinem Vater an Namen-Listen der 333rd SS Regiment zu kommen – allerdings sind diese nicht unbedingt nachweisbar vollständig und auch konnten wir bisher nicht sicher feststellen, welche Truppenmitglieder in Nauheim in Zivilunterkunften untergebracht waren.

Irgendwann habe ich angefangen mich in die Suche einzuklinken. Ich fing damit an, die uns vorliegenden (und auf der Website veröffentlichten) Listen durchzuarbeiten. Irgendwann hatte ich eine Liste mit „Verdächtigen“ zusammengetragen. Auf diese Liste setzte ich alle Namen aus den Listen, die in irgendeiner Form mit „Eddie White“ zusammengehen könnten.

Und tatsächlich, nachdem ich jahrelang die entsprechenden Personen recherchiert hatte, konnte ich mich auf eine Person beschränken.

Den Namen setze ich jetzt hier nicht hinein. Aber ich habe lange recherchiert und war mir sicher, dass von allen uns bekannten Namen aus dieser Einheit, die Lebensdaten am besten zu unserem Eddie White passen würden. Sein Nachname ist White, sein Vorname ein etwas ungewöhnlicher Vorname, der ebenfalls mit einem „E“ beginnt. Sprich: Sein Vorname würde sich dafür anbieten einen Spitznamen zu benutzen, sei es „Eddie“ oder „Whitie“.

Wie es so mit der genealogischen Forschung ist, ich wußte dann erstmal nicht weiter, was ich mit meinem Verdacht tun sollte und ich befasste mich mit anderen Sachen. Bis eines Tages eine Email über die Website meinen Vater erreichte: Ein Leser der Website sei die Namen durchgegangen, hätte ein wenig recherchiert und war der Ansicht, eben genau der Name sei doch der Kandidat, den wir uns mal genauer anschauen sollten.

Dieser Leser wußte von meinen Recherchen nichts. Da jemand, unabhängig von uns auf ebenfalls dieses Ergebnis kam, stachelte es mich wieder an, weiter zu recherchieren. Beim US-amerikanischen Militär gibt es eine Stelle, bei der sich die sog. „GI Babies“ (also Kinder, die von US-amerikanischen Soldaten gezeugt wurden) melden können. Dort erhalten diese Auskünfte und gegebenenfalls Einblicke in Militärakten, die noch nicht mal direkte Angehörige ohne weiteres erhalten würden. (Sprich: Die amerikanische Regierung hat eine Stelle geschaffen, damit diese Kinder ihre Identität herausfinden können, was man wirklich nur begrüßen kann!) Diese Abteilung wird geleitet von Dr. Niels Zussblatt in St. Louis. Als ich diese Stelle anschrieb (gemeinsam mit meinem Vater), erhielten wir als Antwort – die Militärakte in Kopie (ohne Foto) von unserem Kandidaten!

Im Zuge der Recherchen kam ich auf „Selbsthilfegruppen“ für GI Babies – diese waren mir vorher nicht aufgefallen. Dort wurde mir sofort gesagt – „kontaktiere auf keinen Falls selbst die Familie! beauftrage einen sog. Search Angel.“

Hier in Deutschland gibt es die Möglichkeit über die Meldeämter eine Person ausfindig zu machen und in einem bestimmten Ausmaß kann man versuchen dort Kontakt mit „leiblichen“ Familienmitgliedern zu machen.

In den USA gibt es keine Meldeämter. Für alle von Adoption betroffenen Familien entstand eine kleine Gruppe von „Search Angels“. Diese sind Vermittler, die vorsichtig die jeweiligen Familien ansprechen und sich auf den Eiertanz einlassen auf die potentiell schwierigen Gefühlslagen der Familien zu reagieren. Search Angel machen diesen schwierigen, bewundernswerten und anspruchsvollen Job für gewöhnlich ehrenamtlich.

Während ich anfing nach einem Search Angel zu suchen, habe ich einfach einen anderen Weg versucht und habe die Vita meines Kandidaten recherchiert … und musste feststellen, dass er bereits in den 80er Jahren (in einem Sommer als wir tatsächlich in den USA den kompletten Sommer verbracht haben) gestorben ist. Ihn selbst fragen, war somit für immer nicht mehr möglich. Allerdings kontaktierte ich daraufhin die Tageszeitung aus seinem Heimatort und fragte, ob seine Todesanzeige eventuell mit Foto abgedruckt worden sei. Nein, die Todesanzeige war ohne Foto, aber eine Kollegin kannte jemanden aus seiner Kirchengemeinde und dort hatte man ein Foto von ihm, welches sie scannen und mir schicken wollte.

Als ich das Foto von diesem Mann in hohem Alter sah, bin ich fast vom Stuhl gefallen, denn zumindest in meinen Augen sieht dieser „White“ fast genauso aus, wie mein Vater heute aussieht!

Tatsächlich fand sich ein Search Angel. Ich gab ihr die mir bekannten Lebensdaten von meinem Kandidaten und die Namen seiner mir bekannten Kinder, von denen ich hoffte, sie würden noch leben. Mein Search Angel bestätigte dies. Zwei Töchter, zwei Söhne. Mein Search Angel beschloss die beiden Töchter zu kontaktieren.

Und hier wird es natürlich kompliziert. Ich möchte gar nicht wiederholen, was ich über diese Gespräche erfuhr. Beide waren natürlich skeptisch. Das wäre ich auch!! Eine der Töchter schickte mir anschließend eine Email, setzte einen der Brüder ins CC – anbei sei ein Foto, welches nach dem 2. Weltkrieg entstanden sei und sie sähe einfach keine Ähnlichkeit zwischen meinem Eddie White (Foto oben) und ihrem Vater. In der Tat, das Foto sah weder Eddie noch meinem Vater besonders ähnlich. Auch hätte ihr Vater nie ein Instrument gespielt und niemand hätte ihn jemals „Whitie“ genannt.

Gerne hätte ich auf diese Email geantwortet – aber was sollte ich da schreiben? Auch sagten mir alle: Versuch erstmal weiter mit dem Search Angel mit der Familie zu reden, das ist noch zu früh …. da ich selbst das alles ziemlich viel auf einem fand und ich ja, im Grunde, eine fremde Familie darauf ansprach, dass der Familienvater angeblich im 2. Weltkrieg fremd gegangen sein soll … nun ja, sowas mache ich nicht unbedingt gerne.

Aber Zweifel blieben und bleiben.

Von meinem Search Angel hörte ich direkt, dass die Reaktion der Familie (Ablehnung) ganz normal sei. Und um sicher zu sein, dass es tatsächlich nicht der Kandidat Eddie White ist, müsse man jetzt einen DNA-Test durchführen.

Das ist der Stand der Suche und Recherche: Es gab keinen weiteren Kontakt, mein Search Angel hat mir vor geraumer Zeit leider auch mitgeteilt, sie habe keine Zeit mehr als Search Angel tätig zu sein, das war auch ein großer Schock. Jetzt wo zumindest von mir ein DNA-Profil besteht, habe ich keinen Search Angel mehr und weiß nicht, wie ich die Familie um einen DNA-Test bitten könnte …

Wer ist Eddie White? Wer ist der Kandidat, welche Alternativen und Theorien gibt es?

E. White

Den Kandidaten nenne ich mal E. White. Seine Lebensdaten passen. Dr. Zussblatt kam nach seiner Recherche (und/oder der seines Teams) ebenfalls zur Einschätzung, dass er (der Kandidat) Eddie White sein könnte/müsste. E. White war Zimmermann und war in der 333rd Special Service Regiment im Einsatz. (Die Special Service Regimenter waren dafür zuständig die Infrastruktur zu reparieren bzw. aufzubauen.) Er war laut Militärakte auch bei Einsätzen der 333rd dabei. Allerdings passen seine Einsatzzeiten in der Nachkriegszeit nicht unbedingt. (Hier müsste ich Details aus der Militärakte des Kandidaten herausgeben, was ich so nicht möchte.) Konkret wurde er bereits vor (!) der Mitte des Jahres 1946 aus der Truppe entlassen. Das hat mich schon sehr umgehauen als ich die Akte das erste Mal sah. Allerdings wurden mir dann von anderen Betroffenen berichtet, dass das nicht ein zwingendes Ausschlußkriterium sei, denn viele Soldaten waren Wochen und Monate länger im Einsatz als sie es hätten sein müssen. Der einfache Grund: Sie wurden gebraucht und der Rücktransport über den Ozean verzögerte sich mehr und mehr.

Der Kontakt mit der Familie erbrachte große Zweifel der lebenden Kinder von E. White, ein Foto aus der Nachkriegszeit, welches nicht unbedingt Eddie White ähnlich sieht (allerdings reden wir hier auch nicht von einem komplettem Ausschluß aufgrund des Fotos) und dem Hinweis seiner Tochter, er habe niemals ein Instrument gespielt.

„Eddie White“ – „Whitie“ – „Eddie Withe“

Nächste Möglichkeit, wenn mein Kandidat es nicht ist – Eddie White ist ein ganz anderer Kerl. Wer – keine Ahnung. Ich müsste meine Recherche nochmal komplett von vorne beginnen. Eddie White ist der Soldat auf dem Foto und war Teil der 333rd Special Service Regiment, sein Spitzname war Whitie, er spielte Trompete in einer kleinen Band und er befand sich von Mitte 1945 bis Mitte 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau.

Johann Jakob Hartmann

Auch dieser Theorie bin ich nachgegangen. Kann es möglich sein, dass mein Stief-Urgroßvater (Witwer von meiner Urgroßmutter Lina), der Stiefvater meiner Großmutter Elli (seit ihrer Kindheit), tatsächlich mit ihr ein Kind gezeugt hat?

Nun, er hat es getan. Mein Vater hatte einen jüngeren Bruder – Rainer.

Familienfoto Johann Jakob Hartmann, Elli Eckert mit Roman und Rainer

Familienfoto Johann Jakob Hartmann, Elli Eckert mit Roman und Rainer

Auf dem Foto abgebildet von links nach rechts: Mein Vater Roman, meine Oma Elli, mein Opa Johann Jakob und mein (mittlerweile verstorbener) Onkel Rainer.

Wie geht man mit vermeintlich schwarzen Schafen um? Mein Großvater Johann Jakob, den ich nie persönlich kennenlernte, da er lange vor meiner Geburt starb, war laut Erzählungen von meiner Mutter ein sehr cholerischer Mann. (Meine Mutter lernte ihn natürlich auch nie kennen.) Mein Vater spricht bis heute nicht über seinen Vater, den er auch als seinen Vater nicht mehr anerkennt, obwohl er bis zu seinem 18. Lebensjahr davon ausging, dass Johann Jakob tatsächlich sein leiblicher Vater war. Das dürfte für sich sprechen.

Ich weiß, ich habe als Kind meine Oma Elli nach meinem Opa gefragt und sie ist der Frage ausgewichen – immer wieder. Sie wolle nicht mehr über ihn sprechen.

Die genauen Familiendynamiken lassen sich nicht mehr rekonstruieren. Mein Vater will nicht darüber sprechen. Oma Elli und mein Onkel Rainer sind mittlerweile tot. Meine Mutter erzählte mir von dieser Familie und jeweils um die Verhaltensweisen meines Vaters, meines Onkels und meiner Oma zu erklären.

Was sie sagte war, dass Elli mehr oder minder von der Familie dazu gezwungen wurde ihren Stiefvater zu heiraten. Ihr wurde damit gedroht (von der Familie und den Behörden), dass man ihr nach der Geburt das Kind wegnehmen werde. Das war damals tatsächlich so üblich bei alleinstehenden Müttern! Kontakt hätte sie mit ihrem Kind erst bei der Volljährigkeit des Kindes aufnehmen können. Volljährig wurde man damals mit 21 Jahren!

Was in der Ehe geschah … Rainer wurde 1949 geboren. Meine Mutter, Pädagogin und Philantropin, sagte an dieser Stelle so einiges, was ich jetzt nicht schreibe. Was auch sicherlich Mama nicht in der Öffentlichkeit sagen würde. Und Elli und Johann Jakob können dazu nichts mehr sagen.

Vielleicht haben sich Elli und Johann Jakob aber auch einfach verliebt? Ganz ohne Zwang? Ich würde es hoffen, für meine Oma. Aber auch das hat einen schlechten Beigeschmack. Denn Elli war 8 Jahre als Johann Jakob ihr Stiefvater wurde.

Mein Fazit zu dieser Theorie ist ziemlich klar: Nein, das ist nicht möglich. Eddie White gibt es tatsächlich. Johann Jakob ist nicht der leibliche Vater von meinem Vater.

Einziger Grund, warum ich diese Theorie hier bespreche: Ich habe auf FamilytreeDNA einen FamilyFinder Test gemacht. Ein Match von mir hat mich kontaktiert, da er meinen Nachnamen auf meinem Profil sah. Ob ich aus Hessen stamme und vielleicht noch ein weiterer Nachname bei mir vorkäme (Germann)? Da ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Allerdings taucht Hartmann auch auf den Ahnenlinien meiner Großmutter Elli auf.

Jemand ganz anderes

Letzte Theorie: Jemand ganz anderes ist der Vater. Das Foto gehört nicht zum leiblichen Vater. Dagegen spricht die Ähnlichkeit von meinem Vater (und von mir und meinem Bruder) mit den Gesichtszügen auf den Eddie White Foto. Warum sollte Oma Elli so eine Geschichte sich ausdenken? Warum sollten angeblich die Nachbarn so heftig auf ihre Schwangerschaft reagiert haben? Vielleicht um eine Affäre mit einem Nauheimer zu erklären? Wie viele Männer waren zu dieser Zeit schon wieder bei ihren Familien?

Nächster Schritt?

Ein DNA-Test mit der Familie von E. White ist nötig. So oder so muss einfach diese Theorie bestätigt oder widerlegt werden. Dazu benötige ich einen Search Angel …

4 Gedanken zu „Eddie White

  1. Hajo

    Dein Großvater(väterlicherseits) sah aber verdammt gut aus!🙂
    Bei mir ist es eine ähnliche Geschichte, nur auf der mütterlichen Seite, denn mein leiblicher Großvater gehörte auch zu den Siegermächten.
    Ich habe nach ihm gesucht, unter anderem 70 bis 80 Briefe ins Blaue hinein geschickt und ganz nahe Verwandte gefunden! Es war wie ein Wunder. 7 Jahre ist das nun schon her…(kannst mich gerne anmailen bei näherem Interesse)

    Antwort
    1. verenahartmann Autor

      Vielen lieben Dank Karen!😀
      Bin ganz geplättet.
      Leider kann ich grad nicht auf Deinem Blog kommentieren, aber ich schreibe ja dann sowieso einen Blog-Eintrag zum Lovely Blog Award. DANK DIR!

      Antwort

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