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Bevor ich den zweiten Teil zur Geschichte vom kleinen Herbert schreibe, wollte ich einfach mal darüber berichten, wie sich mein genealogisches Arbeiten verbessert.

Diesen Blog habe ich ja vor allem deswegen angefangen zu schreiben, um mich auf meine mütterliche Seite zu konzentrieren.

Dafür schaue ich mir noch einmal ganz genau alle Informationen an, die ich vorliegen habe. Und schon jetzt habe ich viel mehr erfahren, mein Wissensstand ist größer als zu der Zeit als ich anfing mich auf meine väterliche Seite zu konzentrieren, da ich dachte, ich würde zunächst nicht mehr herausfinden können.

Nun habe ich festgestellt, dass ich genau das gemacht habe – zumindest teilweise – was mich bei anderen Genealogen immer gestört hat … das Namensammeln!😉

Wie viele Blogs und Websiten kennst Du, wo der Genealoge mit fantastischen Zahlen um sich warf: Wie viele Tausende Namen, Namen und Lebensdaten von Spitzenahnen, viele unterschiedliche Nachnamen, wie viele Unterschiedliche geographische Daten und und und …

Es wäre mir ein leichtes in meine PAF-Datei zu schauen um festzustellen, wie viele Namen da enthalten sind, wie viele unterschiedliche Nachnamen etc. Aber sowas hat mich nie interessiert. Ich fand es vielmehr spannender die Namen und Daten herauszufinden und dann etwas über die Personen und die Lebensumstände herauszufinden.

Tja. Und jetzt, wo ich mich mit den relativ wenigen Ahnen, die mir auf meiner mütterlichen Seite bekannt sind, beschäftige, merke ich, wie faszinierend und einfach es ist, eine Person wirklich „zu erforschen“ und dann zumindest einen Eindruck vom Leben der Person zu erhaschen … und wie verdammt toll das ist!🙂

Es ist nicht so, dass ich sowas nicht in der Vergangenheit gemacht hätte. Auch Vorfahren von meinem Vater habe ich teilweise näher erforscht, aber naja … ich habe festgestellt, dass mir das nicht mehr reicht.

Generell habe ich ein Interesse „an Altem“. Ich studiere Archäologie. Und auch hier stelle ich fest, dass mich immer mehr interessiert, wie die tatsächlichen Lebensumstände waren; wie man aus den Artefakten rekonstruieren kann, wie die Menschen früher gelebt haben, im Alltag wie in Extremsituationen.

Da ja „mein“ Genealogieprogramm jetzt offiziell „stirbt“ – ich nutze seit meinen ersten genealogischen Schritten PAF – habe ich jetzt tatsächlich ernsthaft angefangen mich in ein neues Genealogie-Programm einzuarbeiten. (Bisher habe ich immer nur andere getestet und bin dann bei dem stabilen und einfach zu bedienen PAF geblieben.)

Entschieden habe ich mich für GRAMPS. Ein Open-Source Projekt, welches alle gängigen Features aufweist.

http://gramps-project.org/

Irgendwie habe ich nicht die neuste Version heruntergeladen und meine „deutsche“ Version hat noch einige Fenster in englischer Sprache, aber bisher bin ich sehr angenehm überrascht. (Auch wenn GRAMPS nicht so einfach zu bedienen ist, wie PAF, aber daran werde ich mich schon gewöhnen. GRAMPS ist sehr benutzerfreundlich.)

Ich werde also Schritt für Schritt all meine DigiKarteikarten abtippen. Und nein, ich werde nicht einfach meine vorhandene GEDCOM-Dateien einlesen. Bewußt gehe ich jetzt noch einmal jede DigiKarteikarte durch. Meine PAF-Dateien (nur mit direkten Ahnen, mit Nebenlinien etc) kann ich ja immer noch nach Bedarf einlesen, aber ich möchte jetzt alles noch einmal in Ruhe durchgehen und schauen, ob ich nicht für alle bisher erfassten Personen mehr herausfinden kann.

Neben GRAMPS beschäftige ich mich aktuell mit historischen Wetterdaten. Um den zweiten Teil über den kleinen Herbert zu schreiben, wollte ich in meinen Büchern (Thema Pommern/Flucht/Vertreibung) nachschlagen, wie das Wetter denn nun wirklich war. Meine Verwandten berichteten immer von großer Eiseskälte, schlimmer als die Winter zuvor, die beiden Winter 1945 und 1946 sollen besonders heftig gewesen sein. Ich bezweifle dies nicht! Aber ich wollte einfach mal wissen, wie kalt es denn nun war. Aber in meinen Büchern fand ich nur wage Angaben. Und alle – je später die Bücher veröffentlicht wurden – steigerten die Minusgrade ins Extreme. „20 Grad Minus“, „30 Grad Minus“, „bis zu 40 Grad Minus“. Das mag ja sein. Aber sind das Werte nachts oder tagsüber? Wie waren die Windverhältnisse? Hat es auch noch schwer geschneit?

Zu Pommern habe ich keine historischen Wetterdaten gefunden. Allerdings gibt es eine spannende Website mit einer ganzen Anzahl von historischen Wetterdaten hier:

Wetterdienst DWD

(Zu finden übrigens unter – Klimadaten Deutschland – Messstationen – Termin- und Tageswerte.)

Momentan fummle ich an den angebotenen Wetterdaten. Für Schneidemühl oder Pommern werden keine freizugänglichen Daten angeboten. Die Orte, die noch geographisch am nächsten liegen, suche ich gerade heraus. (Da aber nur wenige Messstationen bereits 1945 Daten aufzeichneten, macht es das leichter.) Dazu mache ich mich gerade mit dem Klimadaten KL-Standardformat vertraut.

Spannend ist das auf jeden Fall. Aus der Archäologie weiß ich ja schon wie sehr das Klima die Lebensumstände der Menschen direkt prägte. Auch wenn ich hier gerade konkret nach einem relativ kurzem Zeitraum recherchiere, ist es nicht weniger spannend! Diese Klimadaten sind großartig. Toll, dass sie für Jedermann frei verfügbar sind. Mal sehen, ob ich konkret zur Flucht meiner Familie etwas herausfinden kann, wo die Bücher so ungenau sind.

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