Dokumentation

Auf der väterlichen Seite bin ich in der Genealogie recht weit. Kein Wunder, denn auf diese Linien habe ich mich eigentlich seit dem Anfang konzentriert. Grund dafür war, dass die Familie meiner Mutter aus Pommern vertrieben wurde und dabei keine Unterlagen mitnehmen konnte.

Jetzt, Jahre später, habe ich mir wieder all die alten Dokumente und Fotos vorgenommen. Der Grund dahinter: Nach dem Tod meiner Mutter blieb alles so liegen, wie es meine Mutter hinterlassen hatte. Sie hatte nie Interesse an Genealogie gehabt, aber sie wollte auch nie, dass ich all die Unterlagen und Fotos an einen Ort zusammentragen.

Nun, das tue ich jetzt. Und jetzt habe ich nur kleine Häppchen und die Abschriften der anderen Dokumente bei mir liegen, sondern quasi alles. Das ist natürlich ein riesiger Haufen Papier, Alben, Hüllen und Kartons. Ich muss also anfangen jetzt richtig organisiert vorzugehen, denn ich habe nicht nur die Familienstammbücher (von der Familie meines Vaters) bei mir liegen, sondern … alles.

Ich begann also zu schauen, welche Anleitungen oder Ratgeber es zu diesem Thema gibt. In den Büchern, die ich habe und in den Online Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen.

Eine der neuen „Quellen“ bezüglich der Organisation der Dokumente, ist eine Facebook-Gruppe, die wahnsinnig hilfreich ist – the organised genealogist. Die Beiträge dort sind vielfältig und meist allein schon dadurch hilfreich, wenn man sieht, wie es andere machen.

Bei all dem ist mir einiges aufgefallen – so zum Beispiel, dass im deutschsprachigen Raum tatsächlich eher der namensstiftende Vorfahrenstrang verfolgt wird. Das war mir bisher nicht so sehr bewußt, da ich ja meinte, ich komme auf meiner mütterlichen Seite erstmal nicht vorwärts. Zwangsläufig war ich mit meiner väterlichen Seite beschäftigt.

Gerade Amerikaner sind sehr versiert in der Genealogie. So findet man auch die häufigsten Anleitungen und Vorschläge für die Dokumentation von Amerikanern. Diese verfolgen alle Linien. Ob ich all die Vorschläge so umsetzen kann, weiß ich noch nicht. Die unterschiedlichen Stränge durch Farben zu unterscheiden scheint mir ein guter Anfang, aber da ich teilweise bis auf die 15. Generation komme, meine Güte, dann müssten das ja dann auch so viele Farben werden? Schwierig. Mal sehen, wie ich das umsetze. Bisher unterscheide ich erstmal – Familie meines Vater, Familie meiner Mutter.

Sehr praktisch finde ich die vielen Hinweise mit welchen Programmen sich das genealogische Arbeiten erleichtern lässt. Gerade bei den Amerikanern ist der Trend zur papierlosen Dokumentation unverkennbar. Finde ich gut, aber da mir zur Zeit noch nicht mal ein Scanner zur Verfügung steht, muss ich da sowieso hintenan stehen.

Was mich dabei etwas irritiert ist, dass viele Familienforscher, egal aus welchem Land, teilweise ihre kompletten Daten online stellen. Ja, sogar all ihr Material über Evernote verwalten. (Diesen Dienst kenne ich erst aus all den genealogischen Hinweisen.) Den Weg sehe ich für mich persönlich nicht. Ich möchte nicht all meine Daten auf einen Internetdienst hinterlegen. Denn dort tummelt sich viel zu viel Mist. Und, es ist mir bereits auch schon mehrfach passiert, viele der von mir eingestellten Daten – einmal sogar nur per Email ausgetauscht – werden „gekidnappt“, dann teilweise schlampig übernommen … und wenn ich dann eine Anfrage in einer der großen Datenbanken starte, kommen dann meine eigene entführten und verfälschten Daten entgegen. Das ist mir echt zu frustig geworden.

Also. Ich werde bewußt einzelne Zweige online stellen. Da, wo ich nicht weiterkomme und nach Forscherkontakten suche, werde ich gezielt versuchen Daten bereit zu stellen. Sicherlich keine Scans von meinen Original-Dokumenten. Ich finde, dafür kann man mich zumindest persönlich fragen. Wie ich offline meine Dokumente verwalte, ist noch sehr rudimentär – ein paar Ordner für die Seite meines Vaters, andere Ordner für die Seite meiner Mutter.

Papierlos habe ich auch angefangen alles noch einmal zu sichten. Und jetzt, gerade auf der Seite meiner Mutter, habe ich plötzlich Hinweise gefunden, die ich noch verwerten kann. Hinweise, mit denen ich damals als Teenager noch gar nichts anzufangen wußte. Eine kleine Goldgrube also.

Auf meinem Laptop und einer Festplatte habe ich jetzt angefangen alles zu ordnen und in eigene Ordner zu stellen.

Ein Ordner für die Digikarteikarten für die einzelnen Personen. (Ich glaube die excel-Datei, die ich dafür verwende, hatte ich mir vor Jahren und Jahren bei den Computergenealogen heruntergeladen.) Diese hatte ich bereits direkt zu Anfang benannt mit „Name, Vorname (ggfs Kekule Nummer)“.

Ein weiterer Ordner für die Ahnentafeln, die ich glaube ich auch damals von der Website computergenealogie.de heruntergeladen hatte. (Die haben wirklich tolle „Rohlinge“ zum Download. Kann man nur loben.)

Dann hatte ich bisher mehrere Ordner für „Spezialfälle“ oder für Scans oder für Abschriften. Wie ich das ordne, muss ich schauen, es soll aber strukturierter werden.

Woran ich zur Zeit sitze ist, einen „Ortsinformation“ Ordner anzulegen. Ich habe festgestellt, wie hilfreich es ist zu jedem Ort eine eigene Word-Datei anzulegen. Dort hinterlege ich Daten zum Ort, von welchen Personen ich weiß, wann sie dort wo lebten. Auch habe ich mittlerweile einige historische Eckdaten gefunden, die für die jeweiligen Orte von Wichtigkeit sind. So zum Beispiel bei Schneidemühl, wann die Flucht begann etc. Ich denke, diese Daten passen zwar auch in die Ortsinformationen, die sich als sehr hilfreich herausstellen um die Familienzusammenhänge zu verstehen, aber eine zentrale Datei mit den relevanten historischen Daten bietet sich vielleicht doch an? Mal sehen.

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