Saturday Night Genealogy Fun (am Sonntag)

Hallo!

Lange nichts mehr gepostet! Es lag nicht daran, daß ich nicht wollte, es kam nur immer so viel dazwischen!

Dazu passend, hier mein Beitrag zu Saturday Night Genealogy Fun (am Sonntag Abend deutscher Zeit geschrieben).

Auftrag: Schreibe wo Deine Vorfahren vor genau ein hundert Jahren waren am 16. September 1917 waren. Ok!

Mein Großvater Johann Jakob Hartmann, genannt Jean-Jac, lebte am 16. September 1917 noch bei seinen Eltern, denn er war erst 13 Jahre alt.

Seine Vater Heinrich Hartmann war Lehrer in Worms. Seine Mutter Katharina Margaretha Therese Wilhelmine Weber (Tochter eines Lehrers) war „ohne Gewerbe“ und würde nur wenig später in acht Monaten und 28 Tagen mit nur 38 Jahren sterben. Woran weiß ich leider (noch) nicht. Jean-Jacs jüngerer Bruder Heinrich war am Stichdatum neun Jahre alt.

Die Familie lebte in Worms vermutlich in der Pfrimmstr. 2. Heinrich Hartmann ist ab 1918 bis einschließlich 1939 (dann als „Lehrer a.D.“ gelistet) über Telefonbücher in dieser Adresse nachweisbar. Hierbei handelt es sich um eine sehr einfache Unterkunft, die kleine Familie lebt in einem Mehrparteienhaus, welches vom Hauseigentümer ebenfalls bewohnt wird. Da Lehrer damals eher schlecht bezahlt wurden, überrascht dies nicht. Der Familienvater Heinrich war zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt und musste vermutlich Wehrdienst leisten.

Der Großvater väterlicherseits dieser Familie Johann Jakob Hartmann, genannt Jakob, lebte ebenfalls noch. Er war 66 Jahre alt und lebte in Reichelsheim im Odenwald. Ob er immer noch als Volksschullehrer arbeitete, konnte ich bisher nicht herausfinden. Seine Ehefrau Anna Elisabeth Bormuth lebte ebenfalls noch in Reichelsheim. Heinrich war das einzige Kind von Johann Jakob und Anna Elisabeth, welches das Erwachsenenalter erreicht hatte.

Der Vater von Katharina Weber lebte ebenfalls noch. Karl August Weber, Lehrer, war 66 Jahre alt und ich konnte bisher nicht herausfinden, ob er zu diesem Zeitpunkt noch als Lehrer tätig war. Seine erste Frau Anna Katharina Finkernagel war bereits 1886 verstorben. Ob seine zweite Ehefrau Henriette noch lebte, weiß ich leider nicht. Karl August Weber starb 1921 in Buchschlag, Dreieich, Hessen. Katharina hatte eine ältere Schwester gehabt, die allerdings bereits 1898 verstorben war. Ob sie Halbgeschwister aus der Ehe von Karl August mit Henriette hatte, konnte ich bisher nicht herausfinden.

Mein Urgroßvater Lorenz Eckert, lebte zum Stichtag in Flörsheim, Main-Taunus-Kreis, Hessen. Lorenz lebte mit seiner Ehefrau Karolina „Lina“ Lehmann und dem gemeinsamen Sohn in Flörsheim. Er arbeitete als Fabrikarbeiter bei den Farbwerken in Hoechst. Lorenz wird tragischerweise nur noch wenig Zeit bleiben – er wird im Dezember 1920 bei einer Explosion auf dem Werksgelände in Hoechst tödlich verletzt. Im Dezember 1918 war er zum zweiten Mal Vater geworden – Maria Elisabeth „Elli“ ist meine Großmutter väterlicherseits. Aber das ist Zukunftsmusik. Der junge Vater ist vor 100 Jahren 27 Jahre alt.

Lorenz‘ Vater Johann Eckert I., mein Altvater, lebt vor 100 Jahren ebenfalls in Flörsheim, er ist 64 Jahre alt. Seine Ehefrau Susanna Schneider ist vor einem halben Jahr mit 69 Jahren gestorben. Johann wird 1920 sterben. Sein Schwager Nikolaus Schneider wird 1926 in Flörsheim sterben. Alle anderen Geschwister (und die Eltern) von Susanna werden bereits Jahrzehnte tot sein.

Johann hat eine ganze Schar von Kindern. Lorenz ist sein jüngstes Kind. Vor 100 Jahren leben noch Lorenz‘ großer Bruder Wilhelm (der Erstgeborene) und seine Schwestern Katharina und Theresia. Die Familie war offensichtlich sehr eng miteinander – wenn ich die Sterbe-, Heirats- und Taufeinträge sehe, sehe ich immer wieder die Eltern und die Geschwister als Zeugen und Paten auftauchen. Alle leben in Flörsheim, relativ nah beieinander. Johann lebt mit Susanna laut deren Sterbeurkunde ein halbes Jahr vor dem Stichtag in der Obermainstraße Nr. 9. Johanns Beruf wird mit Steinbrucharbeiter angegeben. Wilhelm Eckert zeigt den Tod seiner Mutter an. (Er wird ein paar Jahre später auch den Tod seines Vaters anzeigen. Dieser verstarb in der Untermainstr. 34, welches scheinbar die Wohnung von Wilhelm und seiner Familie war.)

Linas Eltern leben ebenfalls noch in Flörsheim. Auch diese Familie scheint eng verflechtet und taucht gegenseitig ebenfalls ständig auf deren Urkunden auf.

Linas Vater ist der Schneidermeister Gottlieb Lehmann. Gottlieb ist keine lokale Pflanze – er kam aus Sachsen nach Hessen. Wie genau das geschah, ist mir unklar. Ich weiß nur, daß er das einzige Kind des Flörsheimer Schneidermeisters Johann Schäfer heiratete – Elisabetha. Elisabetha hatte eine Schwester, die aber bereits als Kind verstarb. Schneidermeister Schäfer und seine Ehefrau starben bereits vor der Jahrtausendwende. Von dieser Schäfer Familie lebte vor 100 Jahre also nur noch Elisabetha in Flörsheim mit ihrem sächsischem Schneidermeister Gottlieb und ihren Kindern. Gottlieb war 59 Jahre, Elisabetha 57 Jahre alt. Die Lehmanns waren auch mit einer reichen Kinderschar beschenkt. Aber auch hier waren sicher Tränen vorhanden, denn nicht alle Kinder erreichten das Erwachsenenalter, einige der Söhne kamen nicht aus dem 1. Weltkrieg zurück. (Hiermit hatte ich mich bereits in einem Blogbeitrag beschäftigt.)

Vor 100 Jahren lebten noch folgende Geschwister von Lina: Ihre ältere Schwester Johanna, ihr jüngerer Bruder Gerhard. Ihr jüngerer Bruder Michael Karl Lehmann wird im Krieg fallen, wann genau ist unklar, Zeitpunkt vor dem September 1918.

Vor 100 Jahren war Linas jüngerer Bruder Joseph bereits im Krieg gefallen – nur 21 Jahre alt bei einem Gefecht bei Friese, Frankreich, Ende Januar 1916.

Linas jüngere Schwester Barbara war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt und lebte vermutlich in Flörsheim. Linas jüngerer Bruder Julius Albert Lehmann war zum Stichtag 19 Jahre alt, war als Bahnarbeiter gelistet, leistete vermutlich allerdings Kriegsdienst. Julius würde ebenfalls im Krieg fallen – im August 1918 in Herbeville, Frankreich.

Ob Linas jüngster Bruder überhaupt Wehrdienst leisten musste, weiß ich bisher nicht. Er wurde im März 1900 geboren und lebte vor 100 Jahren in Flörsheim.

Nun wende ich mich von meiner väterlichen Seite, die in Hessen lebte zu meiner mütterlichen Seite, die in Pommern lebte zu:

Mein Großvater Albin Klatt lebte in Riege, Deutsch Krone. Hier handelt es sich um ein kleines typisches Dorf in Hinterpommern. Er wurde erst am 23. August 1912 geboren als jüngstes Kind von August Klatt und Wilhelmine Fik. Ein genaues Geburtsdatum von August habe ich leider nicht. Ich weiß nur, er wurde 1875 geboren, er war Herren-Schneidermeister und er war Bürgermeister von Riege. Seine Ehefrau Wilhelmine war zwei Jahre jünger. Entsprechend waren die beiden 42 und 40 Jahre als vor 100 Jahren. Albin war das jüngste Kind einer ganzen Kinderschar, insgesamt sechs Mädchen und drei Jungs. Die Familie lebte auf einem Bauernhof, den sie zur Selbstversorgung in Riege betrieben. August musste vermutlich Wehrdienst leisten, genaueres weiß ich bedauerlicherweise nicht.

Albins spätere Ehefrau Anna Spickermann lebte mit ihrer Familie in Schneidemühl, einer größeren Stadt in Pommern. Anna war ebenfalls ein Kind vor 100 Jahren. Sie war am 25. Januar 1912 geboren worden und war zum Stichtag erst fünf Jahre alt. Anna war ebenfalls das Nesthäkchen der Familie.

Die Spickermänner waren vom 1. Weltkrieg ebenfalls betroffen. Der Familienvater Emil starb – ich habe immer noch keine Bestätigung woran und wie. Aber mittlerweile kann ich wohl davon ausgehen, daß er nicht zu hause starb. Zuhause war die Königsblicker Straße 28 in Schneidemühl. Nah am Fluß Küddow, der die Stadt durchfloß und nah am Lok-Bahnhof, der vor 100 Jahren state of the art war. Nah war ebenfalls die Kirche, die die Familie besuchte, St. Antonius.

Die Mutter der Familie die 42jährige Elisabeth Dahlke kümmerte sich nach dem Tod ihres Mannes aufopferungsvoll um ihre Familie, konnte aber selbst nur dadurch überleben, daß ihre erwachsenen Kinder ihr Geld und Lebensmittel zusteckten. Das Leben vor 100 Jahren war hart in Schneidemühl.

Die Kinder waren noch jung und musste schnell mithelfen. Der älteste Sohn Emil war vor 100 Jahren erst seit wenigen Tagen 16 Jahre alt. Er absolvierte vermutlich zu dieser Zeit eine Bäckerlehre. Die zweitälteste war Elisabeth, die erst vor wenigen Tagen 15 geworden war. Leo war 14, Franz würde im Dezember 13 Jahre alt werden. Der jüngste Sohn Bruno war 11 Jahre alt. Anna, das Nesthäkchen war ein richtiger Nachzügler. Es gab einen Sohn aus einer früheren Ehe von Emil, ein Theodor Spickermann. Dieser scheint zu dieser Zeit nicht bei Elisabeth und ihren Kindern gewohnt zu haben.

Für die 42jährige war es sicherlich hart. Auf Unterstützung durch ihre eigenen Eltern konnte sie nicht hoffen – diese waren bereits vor der Jahrtausendwende verstorben. Elisabeth hatte eine zwei Jahre jüngere Schwester Maria. Ob Maria zu diesem Zeitpunkt in Schneidemühle lebt, weiß ich leider nicht. Maria hatte noch nicht einmal den gleichen Nachnamen wie ihre Schwester Elisabeth – Elisabeth war ein uneheliches Kind, welches den amtlichen Namen ihrer Mutter Johanna Dahlke erhalten hatte und weiter unter diesem Namen geführt wurde. Elisabeth und Maria hatten die gleichen Eltern, die Ehe scheint zwischen der Geburt der beiden Schwestern geschehen zu sein. Maria hatte den Nachnamen des Vaters der beiden Mädchen erhalten: Binnenböse.

Auch wenn ich nicht weiß, wo Maria vor 100 Jahren lebte, dennoch weiß ich durch Familienerzählungen, daß die beiden Schwestern sich immer nahe standen. Als es Ende Januar 1945 zur Flucht aus Pommern kam und Elisabeth Dahlke Spickermann mit ihrer jüngsten Tochter (und deren Baby Herbert) flüchten mussten, da flüchteten die beiden Frauen zu Maria Binnenböse, die mittlerweile in einem Vorort von Berlin lebte.

Und das war es. Leider habe ich keine passenden Fotos, was natürlich schade ist.

Allerdings fand ich dies hier auch so eine interessante Reise in die Vergangenheit von vor 100 Jahren. Danke für die Challenge, Randy! 🙂

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Saturday Night Genealogy Fun – the day your grandfather was born

Um wieder in den Rhythmus des Blog-Schreibens zu kommen, mache ich am Sonntag Abend beim Saturday Night Genealogy Fun von Genea Musings mit.

Diese Woche mit dem Thema „der Tag an dem dein Großvater geboren wurde“. Da ich mich um die Beantwortung der Fragen quasi bei allen von mir recherchierten Familienmitgliedern beschäftigt habe, mache ich hier gerne mit.

Ich kann ja aus dreien wählen, wobei ich ja leider nur von zweien die Daten habe.

Albin Bernhard Klatt, mein Großvater mütterlicherseits, wurde am 23. August 1912 in Riege, Deutsch Krone, Pommern geboren.

Johann Jakob Hartmann, mein Großvater väterlicherseits, wurde am 20. Mai 1904 in Worms geboren.

Eddie White, der leibliche Vater meines Vaters, ist immer noch eine unbekannte Größe, dementsprechend liegen mir leider keine Daten zu seinem Leben vor.

1)  What day of the week was your Grandfather born (either one)? Tell us how you found out.

Opa Albin wurde an einem Freitag geboren. Herausgefunden habe ich dies, indem ich vor langer Zeit in einigen Büchern nachgeschlagen hatte und gerade eben noch mal über google gesucht hatte (ob ich noch was Neues finden kann). Fündig wurde ich auf geboren.am schicksal. com onthisday.com und bei wikipedia.

Weitere Informationen zum Geburtstag von Opa Albin: Er ist in einem Schaltjahr zur Welt gekommen, im Sternzeichen Löwe, Wasserratte im chinesischen Horoskop.

Opa Jakob wurde ebenfalls an einem Freitag geboren. Lustigerweise handelt es sich mit 1904 um ein weiteres Schaltjahr, was mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewußt war! Beide mir bekannte Opas sind in einem Schaltjahr jeweils an einem Freitag geboren! Das hatte ich auch schon vor Jahren recherchiert, aber jetzt gerade erst ist es mir bewußt geworden, als ich diesen Blog-Beitrag begann zu verfassen. Nasowas! Frisch gegooglet habe ich hier geboren.am und wikipedia und wikipedia Nr. 2 und wikipedia Nr. 3.

Für Opa Jakob hatte ich die Tierkreiszeichen auch nachgeschaut – diese hatte ich mir bereits vor einiger Zeit notiert. Im westlichen Tierkreiszeichen war er Stier. Im chinesischen Tierkreiszeichen war Jakob ein Holz-Drache. (Ich bin ein Feuer-Drache.)

2) What has happened in recorded history on your Grandfather’s birth date (day and month)? Tell us how you found out, and list five events.

Am 23. August 1912 geschahen laut den oben genannten Online Quellen in Deutschland eher wenig. Seit Mai und noch bis Ende September war in Köln die bedeutende Ausstellung des Sonderbundes zu sehen.

In den Vereinigten Staaten verschwand am 23. August 1912 Bobby Dunbar um dessen Verschwinden und scheinbares wieder Auftauchen acht Monate später ein großes Rätselraten und öffentliche  Diskussion entstand. Ein sehr kurioser Fall, denn durch einen vor wenigen Jahren vorgenommenen DNA-Test konnte nachgewiesen werden, daß der Junge, der nach acht Jahren wieder auftauchte und für Bobby gehalten wurde, kein Blutsverwandter der Dunbars war. Ich frage mich, ob dieser Fall eine Inspiration hinter einem Film mit Angelina Jolie war.

Ebenfalls in den Staaten trat der Pure Food and Drug Act in Kraft, nach dem in einem Lebensmittel oder einer Droge/Medizin nur das enthalten sein darf, was ausgezeichnet war.

Im heutigen Ghana, damals von den Kolonialmächten Goldküste genannt, wurde Hugh Clifford als Verwalter eingesetzt. Er blieb bis 1919 auf diesem Posten.

Bandar Abbas, damals Persien heute Iran, wurde von Rebellen angegriffen.

Am 20. Mai 1904 geschah relativ wenig. Ich habe nichts gefunden, bööö.

Zusatzinfo: Am 21. Mai 1904 wurde in Paris die FIFA gegründet.

3)  What famous people have been born on your Grandfather’s birth date?  Tell us how you found out, and list five of them.

Was ich schon seit vielen, vielen, vielen Jahren weiß, ist daß mein Opa Albin den gleichen Geburtstag wie Gene Kelly hat! Was natürlich für mich als alte Stepp-Tänzerin ganz wunderbar ist.

Wesentlich bedeutender finde ich allerdings den Beitrag den Ingeborg Kummerow zur Weltgeschichte leistete – sie war Widerstandskämpferin und Teil der sog. Roten Kappelle. Auch Ingeborg wurde an diesem Freitag im Schaltjahr 1912 geboren in Hamburg-Rahlstedt.

Ebenfalls am 23. August 1912 wurde der russissche Erfinder Alexei Iwanowitsch Sudajev geboren. Er ist der Entwickler der Maschinenpistole PPS-43.

Auch am 23. August 1912 wurde der Zeichentrickzeichner Ed Benedict geboren. Von ihm sind u.a. der Yogi-Bär und Fred und Wilma Feuerstein.

Der schwedische Jurist Gunnar Lagergren wurde an diesem Freitag in Stockholm geboren.

In Japan wurde der Lyriker Miya Shuji geboren.

Für die Literatur schien ein guter Tag zu sein, denn in Brasilien kam der Schriftsteller Nelson Rodrigues zur Welt.

Zwei Tage später, also als Sonntagskind, wurde übrigens Erich Honecker geboren.

Opa Albin und all die genannten würden dieses Jahr ihren 105. Geburtstag feiern.

Opa Jakob, der am Freitag den 20. Mai 1904 geboren wurde, teilt seinen Geburtstag ebenfalls mit Schriftstellern.

Margery Allingham wurde in London geboren. Sie wurde später als Autorin klassischer Detektiv-Romane bekannt.

In Tokyo wurde Nagai Tatsuo geboren. Er wurde anscheinend vor allem durch seine Kurzgeschichten bekannt.

Da ich nicht mehr finden konnte – drei Tage zuvor, am 17. Mai 1904, wurde der französische Schauspieler Jean Gabin geboren.

All die hier Aufgezählten würden dieses Jahr ihr 113. Geburtstag feiern.

Zusatzinfo: Am 20. Mai 1908 wurde einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler geboren – Jimmy Stewart.

One Lovely Blog Award

One Lovely Blog Award

One Lovely Blog Award

Karen hat mich für den One Lovely Blog Award nominiert. Darüber freue ich mich natürlich sehr! Vielen Dank Karen!

Was ist der One Lovely Blog Award?

Nach mehrfacher Online-Recherche konnte ich im Grunde über die Ursprünge des One Lovely Blog Award nur wenig herausfinden. (Suchen über die großen Internetsuchmaschinen bringt eine Vielzahl von Blogeinträgen zu Tage, in denen genau dies geschildert wird – über die Ursprünge ist nichts herauszufinden.)

Fest steht nur: Man wird nominiert, bedankt sich dafür, schreibt sieben Sachen über sich selbst, nominiert 15 (oder so viel man mag) andere Blogger und teilt ihnen das mit.

Auch wenn ich nicht genau die Ursprünge oder die Urheber ergründen konnte, so kann ich doch in den vielen Blogeinträgen eins erkennen: Man wird von jemanden nominiert, der den jeweils nominierten Blog für interessant genug hält nominiert zu werden mit der kleinen Verpflichtung etwas über sich selbst Preis zu geben und dann den Staffel-Stab weiterzugeben.

Ich verstehe es so, dass ich so Blogs nominieren kann, die mir Freude bereiten und die eventuelle Leser meines Blogs vielleicht noch nicht kennen und mal mit einem Klick kennenlernen können. Diese Idee finde ich gut, deshalb hier:

Sieben Dinge über mich:

  • Ich bin gelernte Speditionskauffrau und mit 30 Jahren an die Uni gegangen um Ägyptologie und Archäologie zu studieren. Mittlerweile studiere ich nur noch Archäologie. (Materielle Hinterlassenschaften erkunden liegt mir sehr viel mehr als Hieroglyphen und mittelägyptische Grammatik auswendig lernen.)
  • In meiner Familie kommen erfreulich häufig „Vornamen-Buchstaben-Paare“ vor: Meine Eltern heißen Regina und Roman, meine Großeltern mütterlicherseits Anna und Albin. Annas Eltern hießen Emil und Elisabeth. Emils Eltern hießen August und Auguste. Auf der Seite meines Vaters kommt es auch vor,  ist aber natürlich etwas komplizierter. Meine Oma hieß Elli. Der Soldat, der der Vater meines Vaters war hieß Eddie. Ellis Eltern sind Lina und Lorenz … ich könnte so lustig weitermachen … Da ich selbst Verena heiße, habe ich es mit „V“ nicht so einfach. 😉 Ich könnte mir aber auch einfach jemanden suchen, der zwei Vornamen hat, die mit dem gleichen Vornamen anfangen – aber das wäre ja irgendwie gemogelt, gell? 😉
  • Ich habe stets eine Flasche 4711 in meinem Rucksack. Nicht nur aus Lokalpatriotismus (ich bin geborene Krefelderin, studiere aber in Köln, habe dort auch lange und gerne gelebt), sondern als Pendlerin braucht man immer wieder mal schnell einen guten Geruch in der Nase …
  • Mein Leben hat sich komplett verändert seit meinem Entschluss aus meinem Beruf (Speditionskauffrau) „zurück“ an die Uni zu gehen – nichts ist mehr so, wie es damals war. Sehr schwerwiegende Sachen sind passiert auf die ich keinen Einfluss hatte; vor allem die dramatische Krebserkrankung meiner Mutter und ihr Tod waren extrem schlimm für mich. Aber jetzt, Jahre später und noch lange nicht alle Probleme gelöst und immer noch traurig über einige Erlebnisse, bin ich glücklicher und entspannter als jemals zuvor. Mich haut nix mehr aus den Socken!
  • Ich habe viel zu viele Bücher!
  • Finanziell kann ich es mir momentan vieles nicht erlauben, was mich aber am meisten zwackt ist, dass ich kein Haustier haben kann! Ich war leidenschaftliche Hunde- und Meerschweinchen-Mama und vermisse es sehr ein Tier um mich zu haben.
  • Häkeln und Handarbeiten sind meine Leidenschaft geworden und haben mir in den schweren Jahren sehr geholfen. Ich kann das jedem nur weiterempfehlen – auf die Vorurteile zu Handarbeiten pfeifen und etwas selbst machen. Es gibt kein erfüllenderes Gefühl als etwas Selbstgemachtes in Händen zu halten oder besser noch, anzuziehen!

Ich nominiere:

Nun werde ich einfach ein paar Blogs listen, die ich sehr gerne lese und die (so viel ich weiß) noch nicht für den One Lovely Blog Award nominiert wurden.

A Girl Called Jack – wahrscheinlich schon x-mal für den Lovely Blog Award nominiert, ich liste sie trotzdem. Die alleinerziehende Mutter Jack war in einem Dilemma – sie konnte trotz ihrer Vollzeit-Stelle ihren Sohn nicht in einer Tagesstätte unterbringen. Sie kündigte, in der Annahme, sie würde schnell eine neue Stelle finden. Was folgte war ein finanzieller Totalabsturz, denn sie fand keine neue Arbeit. Aus ihrem Unglück und ihrer Verzweiflung entstand ihr Blog, in dem sie mit den Lebensmitteln, die sie von der Food Bank (vergleichbar den deutschen Tafeln) erhielt, für ihren kleinen Sohn und sich kochte. Sehr inspirierende Lebensgeschichte. Aus ihren pfiffigen und leckeren (!) Rezepten entstand mittlerweile ein erfolgreiches Kochbuch. Momentan postet Jack übrigens weniger häufig – denn sie hat eine neue Vollzeit-Stelle und schreibt an einem weiteren Kochbuch …

Afroculinaria – Michael W. Twitty ist ein „Koch-Historiker“ (gibt es einen deutschen Begriff dafür?). Er erforscht afrikanische und afroamerikanische Küchen- und Lebenstraditionen. Ebenso berichtet er über sein jüdisches Leben. Immer spannend, nie langweilig.

Archaeologik – Archäologie-Blog von Rainer Schreg, der sich mit aktuellen Funden, Forschungen, Ereignissen und Meldungen kritisch beschäftigt.

Archäologische Nachrichten – Guido Nockemann unterhält hier einen Blog mit den neuesten Nachrichten aus der Archäologie. Daneben hat er einen weiteren Blog, den ich weitaus spannender finde, und der sogar eine ISSN-Nr. hat – Guido, wolltest Du nicht mal einen Blogbeitrag schreiben, wie man den Blog in Publikationen zitieren kann? 😉 (Diss haste doch abgegeben …) Bis dahin kann ich so leider nur auf Archäologie 2.0 mit Hyperlink verweisen und hoffen, dass Guido dort wieder postet …

Blogtor Who – berichtet über alles, was Whovians (Fans der BBC TV Serie Doctor Who) interessieren könnte.

Cafe Johnsonia – US-amerikanischer Food-Blog mit vegetarischen Rezepten, die sich an den Jahreszeiten orientieren.

Dobbys Signature – Dobby stellt in ihrem Blog die Küche Nigerias vor. Ebenfalls ab und an Berichte über das Leben in diesem westafrikanischen Land.

Dreams are what le cinema is for … – Filmbesprechungen älterer Filme. Hier wurde ich auf viele spannende Filme aufmerksam, von denen ich bisher nichts gehört hatte.

Genealogie Timo Kracke – Timo publiziert ebenfalls den Podcast „der Genealoge“. Momentan etwas still (aber darüber beschwere ich mich eh bei niemanden), postet Timo über neue deutsche Genealogie-Blogs oder deutsche Genealogie-Nachrichten.

In the Artifact Lab. Conserving Egyptian Mummies – Blog der Restauratoren des Penn Museum der University of Pennsylvania in Philadelphia. Es werden nicht nur Mumien restauriert.

Jon Crispin’s Notebook – Jon Crispin ist ein Photograph, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Koffer zu fotografieren, die im Willard Asylum gefunden wurden. Diese Koffer, größtenteils leer, sind von den ehemaligen Bewohnern des Asylums zurückgelassen worden. Tragische, intime oder einfach unterhaltsame Augenblicke aus dem Leben der Heimbewohner werden lebendig. (Wohl gemerkt, damals konnte man mit heute leicht behandelbaren vermeintlichen „Krankheiten“ – darunter auch Homosexualität – für den Rest seines Lebens weggesperrt werden.) Mehr zu diesem faszinierenden Projekt gibt es hier zu sehen.

nknews.org – Nachrichten und Berichte aus Nordkorea. Sowohl kritisch hinterfragte Kommentare zu Nachrichten als auch Berichte von Flüchtlingen aus Nordkorea. Hinter der Website steht ein ganzes Team von unabhängigen Nordkorea-Spezialisten und Journalisten. Hier gibt es tatsächlich Einblicke in das alltägliche Leben in Nordkorea, so wie es sonst kaum vermittelt wird.

One Free Korea – Ergänzend zum oben genannten Blog – von einem US-amerikanischen Anwalt betrieben, der früher Soldat war. Sehr viel kritischer und mit starker Meinung gegen das nordkoreanische Regime. Stärke des Blogs: Immer wieder Berichte über und Analyse von Satellitenbilder von den offiziell nicht-existierenden prison camps.

Nochmals vielen Dank für die Nominierung für den One Lovely Blog Award, Karen! 🙂

Saturday Night Genealogy Fun (SNGF) – What date was your grandfather born?

I’m participating in Randy Seaver’s Genea-Musings „Saturday Night Genealogy Fun“ (SNGF).

I was debating with myself if I should do this in German and English … and look at the time – I’ll just blog in English, I might participate again in German and not let my over-thinking get in the way next time. 😉

1. What day of the week was your Grandfather born (either one)? Tell us how you found out.

Well, first of: I have three grandfathers to pick from. (More about this – here.) Two I know the certain identify of. Only one of the three grandfathers I’ve met. Therefore I’ll just go into detail with Opa Albin, the only „Opa“ (grandpa) I got to know.

Opa Albin was born on August 23rd 1912 in Riege, Kreis Deutsch Krone, Pomerania.

I got this (and other information) from the website http://geboren.am. (Actually I usually look up the day of the week as soon as I find out a date, so this is in my files, but I’m not even sure anymore where I got it from.)

August 23rd 1912 was a Friday.

Opa Albin is my mother’s father. My father has two fathers: His biological father, who I’m still trying to find and his … well, father. His name is Johann Jakob (called Jakob). The biological father was called Eddie.

Jakob was born May 20th 1904 in Worms, Hesse. Incidentally this was a Friday too.

2. What has happened in recorded history on your Grandfather’s birth date (day and month)? Tell us how you found out, and list five events.

On Opa Albin’s birth date (the exact year 1912) in the US, Bobby Dunbar disappeared. (Wikipedia-Entry.) This curious case probably only made small headlines in the bigger national newspapers in Germany. I don’t think my family in Pomerania would have heard about it.

Also taken from Wikipedia – Entry for August 23rd:

In the year 237 BC pharao Ptolemaios III. starts building the temple of Edfu.

In the year 153 BC Roman consul Quintus Fulvius Nobilior loses a whole legion (that 3,600 to 6,000 soldiers!) fighting the Celt-Iberians in Numantia; what is today in Spain.

In the year 1305 William Wallace is publically tortured to death in London.

In the year 1927 Sacco and Vanzetti are executed.

Opa Jakob:

May 20th 1631 – the sack of Magdeburg. During one of the most horrible war crimes ever, around 20,000 people are slaughtered. The newly created German verb „magdeburgisieren“ will now for centuries be used to describe total ruthless destruction.

1862 – Lincoln signs the Homestead Act.

3. What famous people have been born on your Grandfather’s birth date? Tell us how you found out, and list five of them.

On Opa Albin’s birth date (in the year 1912!) actor and dancer Gene Kelly was born.

Also sharing Opa Albin’s birth date, but not the same year:

1754 – King Louis XVI of France. He will later be executed during the French Revolution. (His wife was Marie Antoinette.)

1854 – pianist and composer Moritz (Maurice) Moszkowski.

1931 – Barbara „I dream of Jeannie“ Eden.

1946 – Keith Moon, drummer of The Who.

Opa Jakob (May 20th 1904):

1764 – Johann Gottfried Schadow – sculptor and creator of the Quadriga on top of the Brandenburg gate in Berlin.

1799 – Honoré de Balzac – French writer – „la comédie humaine“.

1908 – Jimmy Stewart – Actor.

Maria Binnenböse wird geboren

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Aus dem Mikrofilm der Mormonen, Personenstandsakten Schneidemühl, Geburten 1874-1876.

„Nr. 170

Schneidemühl, den 13. Mai 1876

Vor dem Standesbeamten erschien heute der Persönlichkeit nach ___________ August Kinowski ___ ___ __kannt

[Für jeden Hinweis, was hier steht, bin ich sehr dankbar – der einzige Grund, warum ich diese Geburtsurkunde nicht früher vorgestellt habe ist, dass ich sie nicht ganz zweifelsfrei entziffern kann.]

der Arbeitsmann Heinrich Carl Binnenböse

wohnhaft zu Schneidemühl, _______ Straße Nr. 3, evangelischer Religion

und zeigte an, daß von der Julia Binnenböse

geborene Dahlke, seiner Ehefrau, katholischer Religion

wohnhaft __________________ (bei seiner _________ ???)

Schneidemühl, [gleiche Adresse wie Heinrich Carl Binnenböse]

am dritten May [?????] des Jahres 1876″

 

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

„morgens um sieben Uhr

ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei, welches den Vornamen Maria erhalten habe.

Vorgelesen, genehmigt und _______________ [????]

XXX“

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Nachtrag auf dem Dokument:

„Die Entbindende [??] heißt mit Vornamen Johanna nicht Julia

_________________ zufolge Anordnung des Königlichen Landgerichts zu Schneidemühl vom 22. Mai 1896, Schneidemühl der 1. August 1896, der Standesbeamte in Vertretung [Unterschrift]“

Auswertung:

Die Geburtsurkunde zusammen mit Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde und der Heiratsurkunde der Eltern Johanna Dahlke und Carl Heinrich Binnenböse löst erst wirklich das Rätsel, welches sich auftut, wenn man zunächst nur Elisabeths Geburtsurkunde sieht.

Johanna und Heinrich haben nach Elisabeths Geburts geheiratet. Was sich übrigens als Geschenk für die nachfolgenden Generationen herausstellt. Hätten sie vor Elisabeths Geburt geheiratet, wäre keine Personenstandsakte zum Vorgang entstanden und erhalten geblieben.

Johanna wurde anscheinend Julia genannt, hieß aber offensichtlich „amtlich“ nicht so. Carl Heinrich wurde offensichtlich Heinrich genannt.

Heinrich konnte sich offenbar auch nicht ausweisen. Kann es sein, dass er keine Papiere zu seiner Abstammung hatte? Das würde mich wundern, denn von Teresa weiß ich, dass offenbar ein Teil der Binnenböses aus Hasenfier nach Amerika auswanderten – um dies zu tun, mussten sie sich bereits vor der Abreise ausweisen. Sollte sich nur ein Teil der Familie mit diesen wichtigen Dokumenten eingedeckt haben?

Auch bin ich immer noch hin- und hergerissen was ich jetzt genau über Heinrichs Schreibkünste denken soll: Konnte er gar nicht lesen und schreiben? Konnte er nur seinen eigenen Namen schreiben? Konnte er es, wollte es aber nicht?

Hier auf Marias Geburtsurkunde unterschreibt er mit drei „XXX“.

Die Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke, Marias älterer Schwester, ist ebenfalls mit einem „XXX“ unterzeichnet, allerdings anscheinend von Alexander Bukowski. (Wie dieser zu Kind und Mutter steht, weiß ich immer noch nicht.)

Auf der Heiratsurkunde von Johanna Dahlke und Heinrich Binnenböse dann das hier:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

„vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Carl Heinrich Binnenböse

Johana Dalke [sic!]

Emil Koch

Karl Eduard Graffunder“

Hmmmm …..

Fest steht: Marias Geburtsurkunde wird kurz nach ihrem 20. Geburtstag vom Landgericht Schneidemühl geändert.

Nicht dramatisch, aber zumindest parallel mit der Änderung auf Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde: Mutter heißt nicht Julia, sondern Johanna Binnenböse, geborene Dahlke.

Es wäre toll, wenn die Gerichtsakten aus Schneidemühl noch existieren würde … da muss ich dringend mal recherchieren, ob da noch etwas vorhanden ist!

Vielleicht wollten beiden Töchter ihre Geburtsurkunden für eine folgende Heirat? Auf Verdacht hin ins Blaue wird ja ein Gericht in solchen Angelegenheiten nicht tätig …

Die Person, die anscheinend Heinrich Binnenböse ausweisen/bezeugen konnte, ist mir bisher noch nicht begegnet. Im Adressbuch der Stadt Schneidemühl (über genwiki abgefragt) taucht eine Witwe Wilhemine Kinowski auf der Gartenstr. 15 auf.

die Binnenböses aus Schneidemühl

Ich versuche mal eine kleine Chronologie, der mir bisher bekannten Binnenböse-Daten aus Schneidemühl:

Freitag, 9. Oktober 1874, abends 10 Uhr

Geburt Elisabeth Dahlke

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke – Klick

Donnerstag, 15. Oktober 1874

Ausstellung der Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke, 6 Tage nach der Geburt. Das Kind ist noch ohne Vorname, die Mutter wird „Julia Endisch“ genannt.

Melder ist der Wohnungsinhaber, in der Elisabeth Dahlke geboren wurde, Alexander Bukowski. In der Geburtsurkunde ist sein Verhältnis zu Mutter und Kind nicht benannt. Alexander Bukowski „unterschreibt“ die Urkunde mit „XXX“ = er kann seinen eigenen Namen nicht schreiben.

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke – Klick

Samstag, 24. Oktober 1874

Nachtrag auf der Geburtsurkunde von Elisabeth Dahlke. Das Kind wird „Elisabeth“ genannt. Leider nur schwer zu entziffern: Alexander Bukowski macht die Meldung über die Namengebung für das Kind.

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke – Klick

Mittwoch, 3. November 1875, zehn ¾ Uhr in Schneidemühl

Heirat von Carl Heinrich Binnenböse mit Johanna Dahlke.

Carl Heinrichs Eltern: Johann Binnenböse (Tagelöhner) und Wilhelmine Heymann. Beide sind bereits in Hasenfier verstorben. Carl Heinrich wurde ca. 1845 in Hasenfier geboren.

Carl Heinrich unterschreibt (!) die Heiratsurkunde. Ebenso unterschreibt Johanna Dahlke die Heiratsurkunde – sie schreibt ihren Nachnamen „Dalke“ – diese Schreibung kommt in den Personenstandsakten von Schneidemühl so sonst nie vor. Eventuell können die beiden Eheleute nur gerade einmal ihren eigenen Namen schreiben? Carl Heinrich unterschreibt die Geburtsurkunde von Maria Binnenböse mit „XXX“.

Johanna war drei oder vier Monate schwanger mit Maria Binnenböse. Elisabeth ist etwa 1 Jahr alt.

Quelle: Heiratsurkunde Dahlke-Binnenböse – Klick

Donnerstag, 4. Mai 1876, morgens um 7 Uhr

Geburt Maria Binnenböse, Vater: „Heinrich Carl Binnenböse“, Mutter: „Julia Binnenböse, geborene Dahlke“.

Quelle: Geburtsurkunde von Maria Binnenböse.

Quelle habe ich noch nicht vorgestellt, werde das aber nachholen! 4. Mai kann ich nicht genau verifizieren. (Dazu später mehr.)

Samstag, 13. Mai 1876

Geburtsurkunde von Maria Binnenböse wird ausgestellt, 9 Tage nach der Geburt.

1879

Tod Anna Binneboese, Arbeiterwitwe

Auszug Index Tote 1879 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1879 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1879

1881

Tod Anna Johanna Binnenböse, Arbeiterwitwe, gestorben in Schneidemühl, Ortsteil Grünthal

Auszug Index Tote 1881 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1881 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1881

1891

Tod ___ (?) Binneböse, Kind

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1891

Tod Maria Binneböse, Kind

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1891 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1891

1893

Tod Rosalia Binnenböse, Kind

Auszug Index Tote 1893 Schneidemühl

Auszug Index Tote 1893 Schneidemühl

Quelle: Index Tote Schneidemühl 1893

1894

Geburt Antonia Binnenböse

Auszug Index Geburten 1894 Schneidemühl

Auszug Index Geburten 1894 Schneidemühl

Quelle: Geburten Index 1894

Freitag, 22. Mai 1896

Richterspruch des Königlichen Amtsgerichts zu Schneidemühl: Änderung Geburtsurkunde Maria Binnenböse: Mutter Johanna nicht Julia Binnenböse.

Maria Binnenböse ist 20 Jahre alt.

Quelle: Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Samstag, 1. August 1896

Die Geburtsurkunde von Maria Binnenböse wird gemäß des Gerichtsbeschlusses des Amtsgerichtes zu Schneidemühl vom 22. Mai 1896 geändert.

Quelle: Geburtsurkunde Maria Binnenböse

Adressbuch Schneidemühl 1896

abgefragt über die Datenbank der Computergenealogen:

Heinrich Binneböse, Arbeiter, Lehns Ziegelei

Johanna Binneböse, Arbeiterfrau, Brunnenstraße 6

Rosalie Enders, Witwe, Feldstraße 19 (die Mutter von Johanna Dahlke Binnenböse)

Zu diesem Zeitpunkt ist Elisabeth etwa 22 Jahre alt und ist nicht gelistet. (Welchen Namen hat Elisabeth zu dieser Zeit offiziell? Elisabeth Endisch?) Ebenso taucht Maria Binnenböse nicht unter Binnenböse auf.

Donnerstag, 3. März 1898

Richterspruch des Königlichen Amtsgerichts zu Schneidemühl: Änderung Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke: Mutter Johanna Dahlke nicht Julia Endisch.

Elisabeth ist 23 Jahre alt.

Quelle: Geburtsurkunde Elisabeth Dahlke

Mittwoch, 25. Oktober 1899

Elisabeth Dahlke heiratet Emil Spickermann in Schneidemühl. Klick

Elisabeths Eltern: Johanna Dahlke und Heinrich Binnenböse, beide bereits in Schneidemühl verstorben.

1902

Geburt Maria Binnenböse, __________________ (??), Schneidemühl

Auszug Index Geburten 1902 Schneidemühl

Auszug Index Geburten 1902 Schneidemühl

Quelle: Geburten Index

Fazit:

Ich bin mir bewußt, dass ich nicht alle Binnenböse/Binneböse Einträge aus Schneidemühl bisher erfasst habe, weil ich einfach noch nicht alle Mikrofilme gesehen habe. Bei einigen Namen habe ich aber starke Vermutungen. So zum Beispiel bei Antonia Binnenböse – es gibt in der Familie eine „Tante Toni“, die eine Schwester von Elisabeth Dahlke war. Auch möchte ich mir unbedingt das Dokument von „Rosalia Binnenböse“ ansehen. Johanna Dahlkes Mutter hieß Rosalie Dahlke mit Geburtsnamen und heiratete später einen Eduard Enders.

Johanna Dahlke heiratet Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

Johanna Dahlke heiratet Carl Heinrich Binnenböse. Mikrofilm der Mormonen der Personenstandsakten Schneidemühl, die frühsten in den Personenstandsakten dokumentierten Hochzeiten.

„Nr. 58

Schneidemühl am 3. November 1875 vormittags zehn 3/4 Uhr.

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschienen heute als Verlobte:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

1. der Arbeitsmann Carl Heinrich Binnenböse,

der Person nach bekannt, evangelischer Religion, dreißig Jahre alt, geboren zu Hasenfier, wohnhaft zu Schneidemühl

Sohn des Tagelöhners Johann Binnenböse und seiner Ehefrau Wilhelmine geborene Heymann, beide in Hasenfier verstorben.

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

2. die unverehelichte Johanna Dahlke,

der Person nach bekannt, katholischer Religion, dreiundzwanzig Jahre alt, geboren zu Schneidemühl, wohnhaft zu Schneidemühl.

Tochter der unverehelichten Rosalie Dahlke, später verehelicht (?) Arbeiter Eduard Enders in Schneidemühl.

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

sowie als Zeugen:

3. der Magistrator (??) Emil Koch, der Person nach bekannt, 21 Jahre alt, wohnhaft zu Schneidemühl.

4. der Arbeitsmann Carl Eduard Graffunder

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

der Person nach ____ den ____ Emil Koch ____ Nr. 3 anerkannt (??), 35 Jahre alt, wohnhaft zu Schneidemühl.“

Die Unterschriften:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

Auswertung:

„vormittags zehn dreiviertel Uhr“ = 9:45 oder 10:45 Uhr? In unterschiedlichen Regionen wurde das abweichend gehandhabt … leider weiß ich nicht, wie es damals in Pommern war …

Carl Heinrich Binnenböse – sein Rufname scheint Heinrich gewesen zu sein. 7 Jahre älter als Johanna. Geboren in Hasenfier (offenbar haben keine Personenstandsakten und Kirchenbücher den 2. Weltkrieg überdauert), wo bereits seine beiden Eltern verstorben sind. Bedauerlich, dass keine genauen Geburtsdaten dokumentiert wurden. Aber ich bin dennoch froh über diese Urkunde!

Seine Eltern – sein Vater Johann war Tagelöhner. Falls er seine letzten Jahre in Hasenfier verbrachte, dürfte das ein hartes Leben gewesen sein, Hasenfier war ein kleines Dorf. Von seiner Mutter kennen wir den Namen – Wilhelmine Heymann.

Johanna Dahlke.

Jetzt werden einige Rätsel gelöst: Ihre Mutter hieß Rosalie Dahlke.

Wieder eine unverheiratete Mutter, die später den Kindsvater heiratete.

Aus dieser nun entstehenden Kombi aus unverheirateten Müttern, die später den Kindsvater heirateten:

Rosalie Dahlke – Johanna Dahlke – Elisabeth Dahlke

lässt sich vermuten, dass sowohl Johanna als auch Elisabeth die ersten Kinder der jeweiligen Mutter waren. (Obwohl das nicht so sein muß!) Meine Uroma Elisabeth war vermutlich die erste seit ihrer eigenen Oma, die vor der Geburt ihres ersten Kindes heiratete.

Und lustigerweise habe ich immer noch keinen direkten männlichen Vorfahren mit dem Namen Dahlke dokumentieren können.

Hier kommt der nächste Knaller: Der Vater hieß Eduard Enders!

Wir erinnern uns an das Namenswirrwarr aus Elisabeths Geburtsurkunde, welches vom Amtsgericht entzottelt werden musste??

Dort wird das zunächst unbenannte Kind von einer Julie/Julia Endisch geboren. Später wird dieser Eintrag geändert: Das Kind heißt nun offiziell Elisabeth Dahlke, die Mutter Johanna Dahlke.

Alexander Bukowski, welcher die Geburt meldete, konnte seinen eigenen Namen nicht schreiben. Und kannte nur wenige Details der Familie. Denn er benannte die Mutter als Julia Endisch.

Elisabeths Mutter hieß zu diesem Zeitpunkt – gemäß Amtsgericht – Johanna Dahlke. Sie scheint aber schon mit Eduard ENDERS zusammen gewesen zu sein. Enders – Endisch, das kann eine Verwechslung oder eine lokale falsche Aussprache sein. (Braucht man noch nicht mal viel drüber zu sinnieren.)

Den Namen Enders kenne ich aus Schneidemühl überhaupt noch nicht! Den Namen selbst kenne ich bisher aus sehr alten Kirchbüchern aus ganz anderen Regionen, dort als Kurz- oder Koseform von „Andreas“.

Johanna war 23 Jahre alt bei der Heirat. Leider kein genaues Geburtsdatum, aber dieses dürfte sich in den katholischen Kirchbüchern von Schneidemühl finden lassen.

Die Zeugen erscheinen mir als zufällig. Emil Koch taucht später in Schneidemühler Adressbüchern auf, er scheint Beamter gewesen zu sein. Vielleicht bestand noch eine Bekanntschaft zu dem zweiten Trauzeugen (der sich anscheinend nicht selbst ausweisen konnte) – der Arbeiter Karl (!) Graffunder taucht als einziger Eintrag mit diesem Nachnamen im Adressbuch von Schneidemühl 1896 auf.

Fazit:

Das Namenwirrwarr von Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde ist geklärt!

Schade ist, dass ich bei Hasenfier jetzt erstmal in einer Sackgasse lande. Momentan scheint es so, dass sowohl die Personenstandsakten als auch die Kirchenbücher verloren sind.

Die Binnenböses kann ich also erstmal nur weiter in Schneidemühl erforschen.

Aber die Dahlkes leben in Schneidemühl. Dazu sind sie auch noch katholisch (obwohl Schneidemühl zum großen Teil evangelisch war) und die katholischen Kirchenbücher existieren. (Ich kann es gar nicht häufig genug sagen! 🙂 Die Freude ist so groß. Auch wenn ich erstmal nicht nach Polen komme.)

Neu hinzu kommt der Familienname Enders. Bin gespannt was ich hier finden werde …