Johanna Dahlke heiratet Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

Johanna Dahlke heiratet Carl Heinrich Binnenböse. Mikrofilm der Mormonen der Personenstandsakten Schneidemühl, die frühsten in den Personenstandsakten dokumentierten Hochzeiten.

“Nr. 58

Schneidemühl am 3. November 1875 vormittags zehn 3/4 Uhr.

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschienen heute als Verlobte:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

1. der Arbeitsmann Carl Heinrich Binnenböse,

der Person nach bekannt, evangelischer Religion, dreißig Jahre alt, geboren zu Hasenfier, wohnhaft zu Schneidemühl

Sohn des Tagelöhners Johann Binnenböse und seiner Ehefrau Wilhelmine geborene Heymann, beide in Hasenfier verstorben.

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

2. die unverehelichte Johanna Dahlke,

der Person nach bekannt, katholischer Religion, dreiundzwanzig Jahre alt, geboren zu Schneidemühl, wohnhaft zu Schneidemühl.

Tochter der unverehelichten Rosalie Dahlke, später verehelicht (?) Arbeiter Eduard Enders in Schneidemühl.

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

sowie als Zeugen:

3. der Magistrator (??) Emil Koch, der Person nach bekannt, 21 Jahre alt, wohnhaft zu Schneidemühl.

4. der Arbeitsmann Carl Eduard Graffunder

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

der Person nach ____ den ____ Emil Koch ____ Nr. 3 anerkannt (??), 35 Jahre alt, wohnhaft zu Schneidemühl.”

Die Unterschriften:

Heiratsurkunde Johanna Dahlke - Carl Heinrich Binnenböse

Heiratsurkunde Johanna Dahlke – Carl Heinrich Binnenböse

Auswertung:

“vormittags zehn dreiviertel Uhr” = 9:45 oder 10:45 Uhr? In unterschiedlichen Regionen wurde das abweichend gehandhabt … leider weiß ich nicht, wie es damals in Pommern war …

Carl Heinrich Binnenböse – sein Rufname scheint Heinrich gewesen zu sein. 7 Jahre älter als Johanna. Geboren in Hasenfier (offenbar haben keine Personenstandsakten und Kirchenbücher den 2. Weltkrieg überdauert), wo bereits seine beiden Eltern verstorben sind. Bedauerlich, dass keine genauen Geburtsdaten dokumentiert wurden. Aber ich bin dennoch froh über diese Urkunde!

Seine Eltern – sein Vater Johann war Tagelöhner. Falls er seine letzten Jahre in Hasenfier verbrachte, dürfte das ein hartes Leben gewesen sein, Hasenfier war ein kleines Dorf. Von seiner Mutter kennen wir den Namen – Wilhelmine Heymann.

Johanna Dahlke.

Jetzt werden einige Rätsel gelöst: Ihre Mutter hieß Rosalie Dahlke.

Wieder eine unverheiratete Mutter, die später den Kindsvater heiratete.

Aus dieser nun entstehenden Kombi aus unverheirateten Müttern, die später den Kindsvater heirateten:

Rosalie Dahlke – Johanna Dahlke – Elisabeth Dahlke

lässt sich vermuten, dass sowohl Johanna als auch Elisabeth die ersten Kinder der jeweiligen Mutter waren. (Obwohl das nicht so sein muß!) Meine Uroma Elisabeth war vermutlich die erste seit ihrer eigenen Oma, die vor der Geburt ihres ersten Kindes heiratete.

Und lustigerweise habe ich immer noch keinen direkten männlichen Vorfahren mit dem Namen Dahlke dokumentieren können.

Hier kommt der nächste Knaller: Der Vater hieß Eduard Enders!

Wir erinnern uns an das Namenswirrwarr aus Elisabeths Geburtsurkunde, welches vom Amtsgericht entzottelt werden musste??

Dort wird das zunächst unbenannte Kind von einer Julie/Julia Endisch geboren. Später wird dieser Eintrag geändert: Das Kind heißt nun offiziell Elisabeth Dahlke, die Mutter Johanna Dahlke.

Alexander Bukowski, welcher die Geburt meldete, konnte seinen eigenen Namen nicht schreiben. Und kannte nur wenige Details der Familie. Denn er benannte die Mutter als Julia Endisch.

Elisabeths Mutter hieß zu diesem Zeitpunkt – gemäß Amtsgericht – Johanna Dahlke. Sie scheint aber schon mit Eduard ENDERS zusammen gewesen zu sein. Enders – Endisch, das kann eine Verwechslung oder eine lokale falsche Aussprache sein. (Braucht man noch nicht mal viel drüber zu sinnieren.)

Den Namen Enders kenne ich aus Schneidemühl überhaupt noch nicht! Den Namen selbst kenne ich bisher aus sehr alten Kirchbüchern aus ganz anderen Regionen, dort als Kurz- oder Koseform von “Andreas”.

Johanna war 23 Jahre alt bei der Heirat. Leider kein genaues Geburtsdatum, aber dieses dürfte sich in den katholischen Kirchbüchern von Schneidemühl finden lassen.

Die Zeugen erscheinen mir als zufällig. Emil Koch taucht später in Schneidemühler Adressbüchern auf, er scheint Beamter gewesen zu sein. Vielleicht bestand noch eine Bekanntschaft zu dem zweiten Trauzeugen (der sich anscheinend nicht selbst ausweisen konnte) – der Arbeiter Karl (!) Graffunder taucht als einziger Eintrag mit diesem Nachnamen im Adressbuch von Schneidemühl 1896 auf.

Fazit:

Das Namenwirrwarr von Elisabeth Dahlkes Geburtsurkunde ist geklärt!

Schade ist, dass ich bei Hasenfier jetzt erstmal in einer Sackgasse lande. Momentan scheint es so, dass sowohl die Personenstandsakten als auch die Kirchenbücher verloren sind.

Die Binnenböses kann ich also erstmal nur weiter in Schneidemühl erforschen.

Aber die Dahlkes leben in Schneidemühl. Dazu sind sie auch noch katholisch (obwohl Schneidemühl zum großen Teil evangelisch war) und die katholischen Kirchenbücher existieren. (Ich kann es gar nicht häufig genug sagen! :) Die Freude ist so groß. Auch wenn ich erstmal nicht nach Polen komme.)

Neu hinzu kommt der Familienname Enders. Bin gespannt was ich hier finden werde …

Dahlke – Dahlke – Dahlke

Elisabeth Dahlke

Elisabeth Dahlke

Kuriositäten gibt es!

Jahrelang habe ich vor allem die Vorfahren meines Vaters erforscht. Es ging einfacher, da ich einfacher an die Quellen heran kam. Und jeder Familienforscher kennt das Problem: Die Frauen werden leider häufig nur unzureichend dokumentiert.

Ich wüßte gar nicht, von wie vielen weiblichen Vorfahren ich nur den Vornamen (wahlweise Anna, Elisabeth oder Maria) und das Alter (nicht das Geburtsjahr) kenne. Nachname und Geburtsort, da freue ich mich ja schon! Vollständiges Geburtsdatum, Name der Eltern, Geburtsort, das sind ja wahre Träume, die da wahr werden können.

Und so dachte ich auch, auf meiner pommerschen Vorfahrenlinie würde es richtig schwer werden die Nachnamen der Frauen zu erforschen. Die Recherche ist schwierig, aber gaaaaaanz anders als ich es erwartet hatte! :D

Oben abgebildet ist meine Uroma Elisabeth Dahlke. Ein sehr herzlicher, lebensfreudiger Mensch. Sang gerne, hat an sich selbst stets als letzte gedacht. Sehr katholisch.

Geboren ist sie kurz nachdem in Preußen die Personenstandsakten verpflichtend eingeführt wurden. Ihre Geburtsurkunde konnte ich aber erst zuordnen, als ich die Heiratsurkunde/das Familienbuch ihrer jüngsten Tochter las – dort war die Geburtsurkunden-Nr. verzeichnet.

Und da dachte ich nun, Dahlke, das ist ja dann der Name von Elisabeths Vater.

Nein. Elisabeths Vater hieß Heinrich Binnenböse. Ihre Mutter hieß Johanna Dahlke. Das war offensichtlich ihr Geburtsname. Dahlke.

Elisabeths Geburtsurkunde ist gar wunderlich. Ganz anders als jede andere Geburtsurkunde, die ich bisher in Händen hielt. Klick – hier geht’s zu meinem Blogpost darüber. Die Geburt meldete ein Alexander Bukowski (dieser konnte seinen Namen nicht schreiben), die Mutter wird Julie/Julia Endisch genannt. Endisch? Was ist denn das für ein Name?? Vom Amtsgericht Schneidemühl wird der Geburtsname offiziell auf Elisabeth Dahlke geändert, der Name der Mutter zu Johanna Dahlke. Was ist denn da passiert??

Eine Generation zurück. Wer sind die Eltern von Johanna Dahlke?

Und erklären sich jetzt vielleicht ein paar Fragezeichen aus Uromas Geburtsurkunde? …… ;)

Anna Spickermann heiratet Albinus Bernhard Klatt

Anna Spickermann heiratet Albinus Bernhard Klatt

Hochzeitsfoto Anna Spickermann und Albinus Bernhard Klatt

Hochzeitsfoto Anna Spickermann und Albinus Bernhard Klatt

Zunächst eine kleine “wie blöd bin ich” Frage an mich selbst – ich antworte selbst: Manchmal ziemlich stark. Da ich ja eh meine jahrzehnte lange genealogische Forschung umsortiere und besser organisiere, komme ich immer wieder an Punkte, wo ich mich über mich selbst wundere. (zB bei Suchanfragen im Internet Foren-Einträge von mir selbst zu finden, wo ich Dinge frage, zu denen ich eigentlich schon Dokumente vorliegen habe, mir diese einfach mal genauer anschauen sollte.) Bereits vor einigen Monaten hatte ich diesen Moment der Erkenntnis – oder anders: meine Handfläche klatschte an meine Stirn – als ich mir den Mikrofilm der Mormonen anschaute, auf dem der Familienbuch-Eintrag meiner Großeltern mütterlicherseits sich befand.

Foto des Einbandes des Familienbuches aus dem Jahre 1939 aus Schneidemühl

Foto des Einbandes des Familienbuches aus dem Jahre 1939 aus Schneidemühl

Ja, kann denn da was Neues drinstehen, was mir helfen könnte? Eigentlich nicht, oder? Trauzeugen wären spannend, aber Datum und Namen kenn ich doch … den Mikrofilm kann ich ja mal sichten, wenn ich Zeit hab. Denkste Puppe! Hätte ich den Film früher angefordert und gesichtet, hätte ich die Geburtsurkunde meiner Uroma (dazu später sehr viel mehr!) superschnell finden und einordnen können. Aber das ist natürlich nicht alles. Schauen wir uns das Dokument mal gemeinsam an …

Das Dokument:

Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

“Schneidemühl, den 18. Oktober 1939

1. Der Soldat, Kraftwagenführer Albinus Bernhard Klatt, katholisch, geboren am 23. August 1912 in Riege (Standesamt Rose, Kreis Deutsch Krone, Nr. 39/1912), wohnhaft in Schneidemühl, Gönner Weg 2

und die

2. ____(??)gehilfin Anna Spickermann, katholisch, geboren am 25. Januar 1912 in Schneidemühl (Standesamt Schneidemühl Nr. 66/1912), wohnhaft in Schneidemühl, Königsblicker Straße 28 erschienen heute ….

Als Zeugen waren anwesend:

1. Die Arbeiterin Antonia Klatt, durch Arbeitsbuch ausgewiesen, 30 Jahre alt, wohnhaft in Schneidemühl, ____(??)austraße 1

2. Der Kraftwagenführer Johannes Heldt, durch _________(???) ausgewiesen, 26 Jahre alt, wohnhaft in Schneidemühl, _____(??)straße 10.

[Formulartext]

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Die Unterschriften von meinem Opa Albin, meiner Oma Anna, meiner “Tante” Toni und von dem mir bisher unbekannten Johannes Heldt.

Zweiter Teil Heiratsurkunde von Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Zweiter Teil Heiratsurkunde von Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

“2. Teil, I. Eltern der Ehegatten

1. Vater des Mannes: [frei]

2. Mutter des Mannes: [frei]

3. Vater der Frau: Spickermann, Emil,

Arbeiter, (letzter) Wohnort Schneidemühl, kath., Geburtsort Stöwen, Geburtstag 7.11.1870, (Standesamt und Nr.) Pfarramt Schneidemühl

4. Mutter der Frau: Dahlke, Elisabeth

(Beruf durchgestrichen/ausgelassen), Wohnort Schneidemühl, kath., Geburtsort Schneidemühl, 9.10.1874 (Standesamt und Nr.) Schneidemühl Nr. 14

Eheschließung: Schneidemühl, 26.10.1899, Schneidemühl Nr. 109

II. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

II. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

II. Teil Angaben über die Ehegatten

1. Mann

rassische Einordnung: deutschblütig

2. Frau

rassische Einordnung: deutschblütig

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

III. Gemeinsame Kinder

1. Herbert

Geburtsort Schneidemühl, 24. August 1944, (Standesamt und Nr.) Schneidemühl Nr. 1454/1944 [Unterschriftkürzel des nachtragenden Beamten] 25.8.44″

Auswertung:

Zunächst einmal zur Quelle des Familienbuches: Das sog. Familienbuch dieser Zeit ist Teil der Personenstandesgesetze. Es ist im Grunde nicht viel anders als die seit 1874 geführten Heiratsregister. Aber es gibt Feinheiten, die erwähnt werden sollten. Allen voran die Intention der Regierenden dieser Änderung im Personenstandsgesetz: Im ab jetzt zu führenden Familienbuch sollte es für jeden ersichtlich sein, welche Ahnen die Familie hatte. Eingeführt wurde diese Änderung von der Nazi-Regierung am 3. November 1937. Zu dieser Zeit werden Juden und andere “Unerwünschte” bereits massiv diskriminiert und aus dem öffentlichen Leben herausgedrängt. Zunächst wird hier von den Nazis gesetzlich festgelegt, dass ab nun die “Ahnen” und Nachkommen im Heiratsregister (jetzt: Familienbuch) gelistet werden sollen. Am 19. Mai 1938 folgte eine weitere Gesetzesänderung: Nun sollte auch die ehemalige (!) Angehörigkeit an der jüdischen Religion hier dokumentiert werden.

Während sich die Angaben auf dem Dokument selbst sich kaum änderten, wird aus den Gesetzen selbst klar, dass es hier nicht um eine Familien-freundliche Dokumentation der Personen ging, sondern vor allem um leicht nachvollziehen zu können, mit wem man verwandt war.

Wie man an diesem Dokument sieht, wurde im Fall meines Opas nicht weiter darauf bestanden, dass er seine Vorfahren nachwies. Inwieweit dies verpflichtend war, weiß ich leider so ohne weitere Recherchen nicht. Ich vermute aber, bevor mein Opa Soldat wurde, musste er einen “persil-weißen” Ahnenpass vorweisen. (Ahnenpässe gab es seit 1933.)

Hier begegnen wir also einem Dokument, welches ganz stark von der aktuellen Politik geprägt war. Die Informationen wurden hier nicht nur einfach gesammelt und dokumentiert, es wird auch die Intention sichtbar, warum diese Daten gesammelt und dokumentiert wurden: Damit man stets in der Lage war, die Familienverhältnisse und die jüdischen (oder sonstigen) Einflüsse nachweisen und verfolgen konnte.

Die Angaben unter römische Zwei – “rassische Einordnung – deutschblütig” – brauche ich gar nicht weiter zu kommentieren.

Die verabscheuenswürdige Politik der Nazis greift hier ganz direkt in den Lebensalltag der Menschen hinein. Die willkürlichen Feindbilder werden selbst in Heiratsdokumenten zementiert.

Das Familienbuch selbst bestand aber weiter noch bis ins Jahr 2008 (?). Beim Standesamt wurde weiterhin das Familienbuch geführt, in dem die direkten Vorfahren, die Heiraten, Sterbefälle und Kinder eingetragen wurden. Vermutlich hat auch diese Praxis dazu geführt, dass Ahnenforschung (ich benutze bewußt dieses Wort hier) in Deutschland einen “ungewünschten Geschmack” hat.

Nun aber zu den konkreten Angaben aus diesem Dokument!

Mein Opa Albin war LKW-Fahrer bei der Färberei Erbguth in Schneidemühl. Davor, als er noch bei seiner Familie in Riege/Deutsch Krone lebte, arbeitete er vor allem als landwirtschaftlicher Helfer und Arbeiter. Zu dieser Zeit war er auch bereits Soldat. War aber tatsächlich mehr oder minder von seinen soldatischen Pflichten entbunden und war in Schneidemühl stationiert. Geheiratet haben die Zwei, als Albin, Anna und den anderen klar wurde, dass er tatsächlich als Soldat eingesetzt werden könnte. (Heirat der beiden am 18. Oktober 1939, der Überfall auf Polen war am 1. September 1939 gelaufen.)

Mein Patenonkel erzählt immer wieder von dieser Hochzeit: Alkohol gab es nur mit Bezugsmarken. Die Familienfeier an sich war klein und familiär. Mehrere soldatische Vorgesetzte von Opa hatten sich selbst eingeladen und haben innerhalb kürzester Zeit so viel gesoffen, dass sie total betrunken waren.

Die Adresse, die für Opa gelistet ist – Gönner Weg 2 – passt zu einem Adressbuch-Eintrag aus Schneidemühl aus dem Jahre 1938, wo Opa mit der gleichen Adresse auftaucht.

Oma Annas Adresse ist die “altbekannte” – Königsblicker Str. 28. Hier lebte sie bereits seit Jahren mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern (bis diese auszogen) und dort würde sie bis zur Flucht aus Schneidemühl wohnen bleiben.

Zeugen der Hochzeit waren Opas Schwester Toni. “Tante” Toni hatte die beiden verkuppelt. Und mit seiner nur wenige Jahre älteren Schwester, verstand sich Opa immer am besten. Es erscheint nur logisch, dass sie als Zeugin auftaucht. Etwas überrascht bin ich, dass sie scheinbar mit 30 Jahren alleine in Schneidemühl auftaucht. Ist sie nicht nur “Arbeiterin” sondern auch unverheiratet, wie es ihr Nachname ( = Geburtsname Klatt) andeutet? Ihre Adresse kann ich leider immer noch nicht genau entziffern.

Der andere Zeuge ist ebenfalls LKW-Fahrer. Ich vermute er dürfte auch für die Färberei Erbguth gearbeitet haben.

Bei den Unterschriften ist mir direkt aufgefallen, wie Albin, Anna und Antonia ihr “großes A” schreiben. Mag es daran liegen, dass Albin und Antonia aus der gleichen Familie stammen oder in die gleiche Volksschule gingen …

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Unterschriften Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Der Zweite Teil … manchmal “weiß” man ja einfach was. So “wußte” ich einfach, dass in der Heiratsurkunde keine Angaben über meine Urgroßeltern aus Riege stehen würden. Ich wußte es einfach. Eine Enttäuschung es dann auf dem Mikrofilmlesegerät zu sehen, war es dann schon.

Da ich irgendwie schon ahnte oder wußte, dass ich mit diesem Dokument nicht weiter in die Tiefe auf der Klatt Seite komme, habe ich auch diese Dokument lange gar nicht anschauen wollen.

Tja und dann kommen die Angaben von Annas Eltern. Grmpf. Mühsam hab ich die Geburtsurkunde meiner Uroma Elisabeth Dahlke gesucht. Und diese nicht gefunden. Letzendlich habe ich ihre Geburtsurkunde durch dieses Dokument erst gefunden.

Die Angaben zu meinem Uropa dagegen sind einfach nur super erfreulich! Diese fand ich später auch auf der Heiratsurkunde von Uroma und Uropa, allerdings habe ich hier den Vermerk auf etwas ganz Kleines und ganz Wichtiges, was mich springen lässt! :D

Denn Emils Geburt, so steht es hier ganz deutlich zu lesen, ist standesamtlich beurkundet durch das Kirchenbuch der Stadt Schneidemühl! BINGO! Denn das besagte Kirchenbuch gibt es und ist in Polen gut behütet vorhanden. Da ich sowieso in weiter Zukunft nach Polen reisen möchte um genau diese Kirchenbücher zu durchsuchen, bin ich natürlich begeistert!

Und hier kommt nun spätestens der Augenblick, wo ich nur noch laut “NEIN!” rufe … unter römisch Drei sind die Kinder gelistet:

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

III. Teil Heiratsurkunde Albinus Bernhard Klatt und Anna Spickermann

Haaaaaa ………. ich habe Herberts Geburtsurkunde mühselig selbst gefunden, indem ich alle Geburtsurkunden aus 1945 und 1944 gesichtet habe … naaaajaaaaa. Verena, das hätte einfacher gehen können!

Fazit:

Welche neuen Forschungsansätze habe ich nun?

Urgroßeltern “aus Riege”. Tja, wieder nix. Die kriege und kriege ich nicht zu fassen. Manchmal spiele ich sogar mit dem Gedanken, dass bewußt, die Familienverhältnisse im Dunkeln gehalten wurden. Aber bisher habe ich nur den Hinweis, dass die Großmutter mütterlicherseits von Opa einen polnischen Namen hatte. Wäre das ein Grund die Familienverhältnisse zu verheimlichen? Ich glaube eher nicht. Ganz typisch für meinen Opa war einfach, dass er sehr ruhig war und von sich aus nie etwas erzählte. Dazu passen als die Dokumente, auf denen kaum Angaben sind. Mir scheint da keine Intention dahinter zu stehen, sondern einfach nur seine menschliche Art.

Die Personenstandsakten des Standesamt Rose – bisher scheint es so, als seien sie am Ende des 2. Weltkrieges verloren gegangen. Allerdings gibt es ja immer noch die kleine Hoffnung, dass diese Akten in polnischen Archiven schlafen. (Es gibt ja tatsächlich deutsche Aktenbestände, die immer noch nicht gesichtet und indexiert wurden. Die großen und tollen Aktionen der polnischen Archive in neuster Zeit geben Grund zur Hoffnung, dass alle Betroffene zumindest in absehbarer Zeit hier mehr erfahren könnten.)

Einige direkte Forschungsansätze habe ich sofort umgesetzt: Die Geburtsurkunde von meiner Uroma konnte ich nur durch die Geburtsurkunden-Nummern identifizieren. Hierzu gibt es noch viel zu berichten.

Ganz viel Neues auf einmal

Es tut mir mittlerweile richtig leid, dass ich nicht dazu komme hier zu posten.

Ich hoffe in den kommenden Tagen eine Folge von mehreren Blogeinträgen zu machen. Jeder einzelne von Ihnen ist superspannend und/oder einfach nur total erfreulich!

Durch einen Kommentar (von Hans Joachim – ich hoffe Du liest dies) werde ich dann auch den bereits “angedeuteten” Beitrag online stellen, wie man einen Mikrofilm bei den Mormonen bestellt. (Status: Beitrag ist quasi fertig geschrieben, es fehlen allerdings noch die Screencaps.) Mikrofilme bestellen und sichten ist wirklich sehr viel einfacher als man es sich vorstellt und ich hoffe immer sehr, dass “man” sich einfach rantraut. Sprich: Der Beitrag wird auch zu einem großen Teil ein Ermutigungsbeitrag auf diesem Blog sein.

Denn die Genealogie und alle “Nebenwirkungen” machen einfach unheimlich viel Spaß. Man lernt so viel, vom meisten hatte man noch nicht mal eine Ahnung, dass es für einen selbst relevant sein könnte und würde. Geschichte ist nicht nur mehr das, was in Büchern steht, sondern was die eigene Familie er-, durch- und teilweise überlebt hat. Der Horizont wird unweigerlich weiter und es gibt viele tolle und spannende Begegnungen.

Aktuell freue ich mich über eine Menge. Darunter ist eine Nominierung für den “One Lovely Award” durch Karen. Dafür werde ich natürlich einen eigenen Beitrag verfassen. Aber freuen tue ich mich jetzt schon wirklich ganz dolle! :)

Und es gibt natürlich wieder neue Funde in meiner Familienforschung, die ich vorstellen möchte, sei es Dokumente oder weitere Analyse-Ergebnisse meines DNA-Tests. Nur so viel: Meine Mitochondrien-DNA habe ich (Verena) von einer immer länger werdenden Namenliste spannender Frauen:

Verena – Regina – Anna – Elisabeth – Johanna – Rosalie ….

Auf in neue Abenteuer mehr über das Leben dieser Frauen zu erkunden! (Und die Männer will ich dabei natürlich auch nicht vergessen.)

Eddie White (in English)

Today I want to introduce you to Eddie White – my paternal grandfather.

Eddie White, Foto etwa 1946 aufgenommen

Eddie White, Foto etwa 1946 aufgenommen

Who is Eddie White?

Eddie White is the soldier, who impregnated my paternal grandmother, making him my biological grandfather. He is my father’s biological father as well as my paternal grandfather.

Who is my paternal grandmother and what were her life circumstances?

My grandmother’s name was Maria Elisabeth Eckert. She was born Sunday December 29th, 1918 in Flörsheim am Main. Her nickname was Elli. She was the second child of Lina Lehmann and Lorenz Eckert. Her 11 years older brother was called Otto Eckert. When Elli was 1 year, 11 months, 1 week and 5 days old, her father died of wounds caused by an explosion on the company grounds of the Farbwerke Hoechst.

Lina, Elli’s mother, re-married in 1926. The name of Elli’s stepfather was Johann Jakob Hartmann. Elli was about 8 years old, when her mother and her stepfather married in civil and church ceremonies. Otto probably didn’t live with the family anymore at this point. (He was 19 years old.) However I cannot verify this.

Shortly after the Second World War, Lina died following a botched operation. That was on June 1st 1945. Elli was 26 years, 5 months and 3 days old when she became an orphan.

I have difficulties reconstruction Elli’s life circumstances at this time: Did Elli live with her stepfather? Or had she started living on her own in Nauheim, Kreis Groß Gerau? Lina Lehmann, widowed Eckert, re-married Hartmann died in the hospital in Goddelau (which today is part of Riedstadt), Kreis Groß Gerau. But the family seemed to have lived in Nauheim, Kreis Groß Gerau. One detail my grandmother told me many times during my youth was, that their home was bombed out during the war and they lost everything. However I never asked if that was in Nauheim or Flörsheim am Main.

What happened, according to Elli, was that she met an American soldier. He lived in her neighbourhood in Nauheim – he lived in civil quarters. (During the war a lot of building structure was destroyed. There were great difficulties finding living quarters for the soldiers. It was not unusual to find civil quarters for them.) The name of said soldier was Eddie White. Around mid-1946 his unit got moved suddenly and since they hadn’t exchanged addresses, they lost contact. The US military didn’t want to give out any information about their soldiers or help get contact.

Elli was pregnant and grew desperate. Shortly before the end of that year, on December 14th 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau, she married her stepfather Johann Jakob Hartmann. About a month later my father Roman was born in Nauheim.

What exactly did Elli say about Eddie, did she have any evidence or documentation?

My grandmother never talked about Eddie White with me. I have all my information from my father and my mother. According to my father, he (Roman) thought Johann Jakob Hartmann was his biological father. Johann Jakob died when my father was 14 years old.

On my father’s 18th birthday his mother Elli told him, that Johann Jakob was not his biological father. His biological father was an US-American soldier with the name Eddie White. Elli gave my father a photo (scanned and posted above), on the backside she had written with a pencil “Eddie Withe”. She said, Eddie had played the trumpet in a small band, his nickname was “Whitie”. (My grandmother didn’t speak English, maybe some very basics. But she said his nickname was not Withie but “Whitie”.) He had been a little younger than Elli. He had stayed in Nauheim, Kr. Groß Gerau from mid-1945 to mid-1946. He lived in civil quarters. That’s how they met, he lived nearby. His unit got moved without warning, they didn’t get to speak before he left. The military denied giving out any information about Eddie and didn’t want to make contact with Eddie. Elli went looking for Eddie or any information about him everywhere she could. At last she found the local photographer who had taken photos for the American soldiers. (Photos that the soldiers would send home to their families.) Elli was allowed to look through the photos and she found this photo you can see above and got herself a copy.

What other evidence is there to prove or disprove Elli’s story?

My father visited military archives many times in the US. During his research he found out the unit Eddie White belonged to was most certainly the 333rd Special Service Regiment. Only this unit was in Nauheim at the time. (I’ll note that my father has since stated that he wishes to confirm his findings about the unit. Although he was very certain at the time, he did the research.)

There is of course the photo Elli found. It was probably her writing “Eddie Withe” on the back of the photograph. If it was not her, it would have been someone from the photo-shop.

There is the indirect evidence of the hostility in Nauheim towards her, which made her ultimately leave the city for good. According to my mother, people in Nauheim threw rocks at her in the streets of Nauheim, because she had not only befriended an American soldier, but had gotten pregnant by “the enemy” as well. Back then the Germans having suffered under the allied bombardments still considered Americans as enemies, even when they had liberated Germany from the Nazis. My mother told me many times, my grandmother and her family left Nauheim because of the hostility towards her.

Did Eddie and Elli ever meet again? Has my father met his biological father?

No, Elli never saw Eddie again. My father has never met his biological father. We think that Eddie has already died.

What’s the history of the search for Eddie White?

I cannot remember the first time I learnt that Eddie White, an American soldier, was my grandfather. The photo shown above hangs framed on the wall of family photographs in our home ever since I can think back. I know as a child I was convinced the person on the photo was my father. Some day I asked my father why he was wearing the weird uniform and why the photo was black and white (actually it’s coloured). That’s when he told me about Eddie White.

I know in the 80s my father wrote letters to every Eddie White or Edward White he could get hold of. A few Eddies/Edwards wrote letters back, a few even including photographs. All of them said they were sorry, they weren’t the Eddie he was looking for.

My father visited military archives on many occassions. With the help of staff there he was able to identify the unit that was stationed in Nauheim at the time. It was the 333rd Special Service Regiment. My father and I are maintaining a website dealing with the history of the unit. You can find it here:  333rd Special Service Regiment A little later my father got hold of some rooster lists. (For further information, pls see the website.) Although we cannot confirm that this list is complete or what parts of the list were stationed in Nauheim, some of those men were.

Somewhere along the way I got involved. I began to go through the lists and I started to do background research to check the identities of the men. I made a list of people who I thought were likely candidates. Then I did research for each of those names. And indeed after years of research I was able to pinpoint the research to one possible candidate.

I will not write down his name here. But I did search long and critically and I was certain that he was the most likely candidate from all the people on the lists. His last name is White. His first name starts with an “E” and is a bit unusual – unusual enough for being eligable for a nickname like “Eddie” or “Whitie”.

As the story goes with genealogy, I got stuck at this point, not knowing what to do now and I concentrated on other subjects. Until one day my father and I received an email through our website, telling us, he had read about Eddie White, looked through the names on the lists, did a little research and thought the candidate I had found would be the most likely candidate. (He did not know about me having “picked” him as my candidate!)

At that moment, when someone independently from me came to the same conclusion as me, I decided I should persue the matter actively again. I got into contact with so-called self-help-groups of “GI Babies” (meaning people who had US-American soldiers as their fathers). People who had tried to make contact with their “candidates” told me about Dr. Niels Zussblatt and his department in St. Louis. He is in charge of clearing up the identities of GI Babies, giving access to military files that even next of kin of the soldiers don’t easily get access to. (Reads: It’s pretty awesome the American government created this department helping so many people so much!) When my father and I wrote to Dr. Zussblatt, we got as a reply a copy of the military file of “my candidate”, meaning Dr. Zussblatt and his team had come to the same conclusion.

Another thing I had heard from other GI Babies was this: Don’t make contact yourself! Get a search angel!

Here in Germany we do not need search angel as every citizen has to be registered where he lives. This way you can try to make contact through city officials.

I think this whole idea of search angels is wonderful. And I am amazed that there are people who will take on this difficult dance on eggshells trying their best not to hurt feelings and trying to make contact. This is awesome, remarkable and a hard job as well – most of them do this job as a volunteer.

While I started looking for a search angel, I tried to do some research on my “candidate” … and I found out, he had died during the 80s (that summer he died my family spend the whole summer in the USA), so we will never be able to just ask him. But with his date of death I contacted his local newspaper trying to find out if maybe his obituary had included a photo. It did not, but one of the employees was friends with someone from his church who had a recent photo of his. She scanned it and send it to me via email.

When I saw that photo, I almost fell off my chair, because at least in my eyes, he looked strikingly like my father looks now!

At last I found a search angel. I gave her all the information I had and the names of his children, that I hoped were still alive. My search angel confirmed this. Two daughters, two sons. My search angel decided to make contact with the two daughters.

And this is where it gets complicated. I will not repeat what I learnt about the conversations my search angel had with the sisters. Both were sceptical. So would I be!! One of the daughters went on to send me an email including a photograph of my candidate from after the war, she put one of her brothers in the CC. That photo shows no great similarities with our Eddie White photo. Also she wrote that her father had never played any instrument and never had anyone called him “Whitie”.

I would have liked to reply to that email – but what should I write? Everyone told me don’t make contact yourself, it is still to early … and I was quite overwhelmed with the situation too! Because basically I am contacting strangers implying their father had “strayed” while away in Europe … that’s not really something I enjoy doing.

But doubt remained and remains.

My search angel told me that the reaction by the family was typical and therefore normal. To make sure that my candidate was not our Eddie White, we would have to try to get them to agree to a DNA-test.

And that’s how far my research went: There was no further contact as my search angel told me some time back she didn’t have the time to being a search angel anymore. That was a big shock. Now where at least I got a DNA sample tested and the results are in a database, I have no search angel and I don’t know how to contact the family …

Who is Eddie White? Who are the candidates, what alternatives and theories are there?

E. White

My most likely candidate I’ll just call E. White. His vital data fits. Dr. Zussblatt came to the same conclusion with his research. E. White was a carpenter and he was part of the 333rd Special Service Regiment. (The Special Service Regiments were on-site to repair or build infrastructure.) However his military file doesn’t fully prove this as his “leaving” date is before (!) mid 1946. However other “GI Babies” told me that that’s not too much of a worrying point. Back then soldiers remained in Europe longer than stated in their files. Simply because they were needed and bringing them back to the US wasn’t all that easy; it took time and their arrivals back home were indeed postponed.

Contacting the family of E. White brought doubts, the photo of him from after the war doesn’t have many similarities, but also it doesn’t complete rule out E. White. The remark by his daughter that he never played an instrument however is noteworthy.

“Eddie White” – “Whitie” – “Eddie Withe”

Next possibility in case E. White is not Eddie White – Eddie White is a completely different guy. Who – I don’t know. I would have to start my research completely from scratch. Eddie White however is the person in the photo shown above and he was part of the 333rd Special Service Regiment, his nickname was “Whitie”, he did play trumpet in a small band and he was in Nauheim from mid-1945 to mid-1946.

Johann Jakob Hartmann

I followed this theory too. Is it possible that my step-greatgrandfather (widower of my great-grandmother Lina), my paternal grandmother Elli’s step-father (since her childhood), did in fact Johann Jakob get Elli pregnant?

Well, he did. My father had a younger brother – Rainer.

Familienfoto Johann Jakob Hartmann, Elli Eckert mit Roman und Rainer

Familienfoto Johann Jakob Hartmann, Elli Eckert mit Roman und Rainer

Pictured from left to right: My father Roman, my grandmother Elli, my grandfather Johann Jakob and my (now deceased) uncle Rainer.

How do you talk about a supposedly black sheep? My grandfather Johann Jakob, who I never personally met as he died many years before my birth, was according to stories a very choleric person. (My mother who told me this never met him too.) To this day my father doesn’t really speak about Johann Jakob, who he doesn’t consider a family member, although he only learnt on his 18th birthday that he was not his biological father. I think that speaks for itself.

I know I asked my grandmother about my grandfather when I was a child. And everytime she avoided talking about him. Finally saying she didn’t want to talk about him anymore.

Of course I cannot reconstruct the family dynamics in detail. My father will not talk about it. My grandmother and my uncle are dead now. My mother told me about those dynamics when she tried to explain certain behaviours of my father, grandmother and uncle.

What she told me was that Elli more or less had been forced by her family and the (state or city) officials to marry her step-father. They told her the officials would take away her child when it was born. This was a common thing back then and backed by laws. She would have not been able to make contact with her child until it was considered an adult. Back then that meant turning 21 years old!

What happened within this marriage … Rainer was born in 1949. My mother, a teacher, pedagogue and feminist, said of this a lot of things. However I will not write them down here. Just like Mama I will not state my thoughts on this private matter publicly. And Elli and Johann Jakob cannot speak about this anymore.

Maybe Elli and Johann Jakob did fall in love? Without any pressure? I would like to hope that this is what could have happened. For my grandmother. But even this has a bad taste about it. Because Elli was 7 and 8 years old when her mother married Johann Jakob.

Summing up my thoughts on this theory: No, it is not possible Johann Jakob is my father’s biological father. Eddie White does exist and whoever he is, is my father’s biological father.

Only reason why I put this theory here: I have tested my DNA with FamilytreeDNA with the FamilyFinder test. Someone contacted me having seen my name Hartmann on my profile, asking me if I had ancestors from Hesse. That startled me quite a bit. However the last name “Hartmann” shows up in Elli’s family lines also.

Someone completely different

My last theory: Someone completely different is the biological father. That photo has nothing to do with him. Reason against it is the facial similaries between Eddie White and my father, my brother and me. Why should grandma Elli tell this story if there was no truth to it? Her neighbours reacted so strongly against her pregnancy that at least something was really “off”. Maybe she did have a very inappropiate affair with someone from Nauheim? Who would the men be that had already returned from the war?

Next step?

A DNA-test with the family of E. White is necessary. This way or that way, proving or disproving. That DNA-test needs to be done somehow. For that I will need to find a search angel …

Eddie White

Schon etwas länger schiebe ich es vor mir her – obwohl ich mich eigentlich auf diesem Blog auf meine mütterliche Seite konzentrieren möchte, die ich bisher nur wenig erforschen konnte, gibt es doch einige Personen auf meiner väterlichen Seite, die meine genealogischen Forschungen extrem geprägt haben und weiterhin prägen.

Heute stelle ich Eddie White vor – mein Großvater väterlicherseits.

Eddie White, Foto etwa 1946 aufgenommen

Eddie White, Foto etwa 1946 aufgenommen

Wer ist Eddie White?

Eddie White ist der Soldat, der meine Großmutter väterlicherseits geschwängert hat. Er ist somit der leibliche Vater meines Vaters und mein leiblicher Großvater väterlicherseits.

Wer ist meine Großmutter väterlicherseits und wie waren die Lebensumstände?

Meine Großmutter hieß Maria Elisabeth Eckert, wurde geboren am Sonntag, den 29. Dezember 1918 in Flörsheim am Main. Ihr Rufname war Elli. Sie war das zweite Kind von Lina Lehmann und Lorenz Eckert. Ihr 11 Jahre älterer Bruder hieß Otto Eckert. Als Elli 1 Jahr, 11 Monate, 1 Woche und 5 Tage alt war, starb ihr Vater an den Folgen einer Explosion, die sich auf dem Werksgelände der Farbwerke in Hoechst ereignet hatte.

Lina, Ellis Mutter, heiratete erneut im Jahre 1926. Der Name des Stiefvaters lautete Johann Jakob Hartmann. Elli war also gerade einmal 8 Jahre alt, als ihre Mutter ihren Stiefvater kirchlich und standesamtlich heiratete. Otto wird wohl zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei der Familie gelebt haben. (Er war 19 Jahre alt.) Verifizieren konnte ich das allerdings nicht.

Kurz nach Kriegsende verstarb Lina an den Folgen einer schlecht verlaufenen Operation. Das war am 1. Juni 1945. Elli war 26 Jahre, 5 Monate und 3 Tage alt als sie zur Vollwaisin wurde.

Es fällt mir hier schwer die genauen Lebensumstände zu rekonstruieren: Lebte Elli zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Stiefvater zusammen? Oder hatte sie mittlerweile eine eigene Existenz in Nauheim, Kreis Groß Gerau alleine begonnen? Lina Lehmann, verwitwerte Eckert, verheiratete Hartmann starb im Krankenhaus von Goddelau, (heute Stadtteil von Riedstadt) Kreis Groß Gerau. Die Familie lebte anscheinend in Nauheim. Über die genauen Konstellationen weiß ich allerdings nichts. Ein Detail sagte mir meine Großmutter mehrfach – sie seien im Krieg ausgebombt worden. Ob das in Nauheim, oder noch in Flörsheim war, kann ich nicht sagen. (Würde sich vielleicht anbieten mal etwas in den entsprechenden Lokalhistorien nachzuforschen, wann es wo zu Bombadierungen kam? …)

Was laut Aussagen von Elli geschah war, dass sie einen US-amerikanischen Soldaten kennenlernte. Er lebte in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in Nauheim – er war wie andere Soldaten auch privat einquartiert. (Es war durch den Krieg viel Bausubstanz zerstört worden. Belegungsschwierigkeiten kamen häufiger vor. Die Militärs brachten einen Teil der Truppen in privaten Quartieren unter.) Der Name des Soldaten war Eddie White. Gegen Mitte des Jahres 1946 wurde seine Einheit plötzlich verlegt und da die beiden keine Adressen ausgetauscht hatten, brach der Kontakt ab. Die US-amerikanische Militärverwaltung wollte keine Informationen über den Soldaten herausgeben und keinen Kontakt vermitteln.

Elli war schwanger und zunehmend verzweifelt. Kurz vor Ende des Jahres, am 14. Dezember 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau, heiratete sie ihren Stiefvater Johann Jakob Hartmann. Knapp einen Monat später kam mein Vater Roman in Nauheim zur Welt.

Was genau hat Elli über Eddie weitergegeben, hatte sie irgendwelche Belege oder Ähnliches?

Meine Großmutter hat mit mir nie über Eddie White geredet. Alle meine Informationen habe ich von meinem Vater. Laut meinem Vater hielt er (Roman) Johann Jakob Hartmann für seinen leiblichen Vater. Johann Jakob starb als mein Vater 14 Jahre alt war.

An seinem (Romans) 18. Geburtstag teilte seine Mutter Elli ihm mit, dass Johann Jakob nicht sein leiblicher Vater gewesen sei. Sein leiblicher Vater war ein US-amerikanischer Soldat mit Namen Eddie White. Elli gab meinem Vater ein Foto (oben ist der Scan zu sehen), auf der Rückseite hatte sie mit Bleistift “Eddie Withe” notiert. Sie sagte, Eddie hätte in einer kleinen Band Trompete gespielt, sein Spitzname sei “Whitie” gewesen. (Meine Großmutter konnte kein Englisch, eventuell nur einige Brocken, sagte meinem Vater aber den Spitznamen “Whitie”.) Er sei ein wenig jünger als Elli gewesen. Er sei seit Mitte des Jahres 1945 bis etwa zur Mitte des Jahres 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau, in zivilen Unterkünften untergebracht gewesen. So hätten sie sich kennengelernt. Die Einheit von Eddie sei plötzlich ohne Ankündigung verlegt worden. Sie konnte ihn nicht mehr sprechen. Und die Militär-Kräfte verweigerten jede Aussage. Sie klapperte nun die ganze Gegend ab um Kontaktdaten zu finden oder irgendeinen Hinweis. Schließlich wurde sie bei einem Fotografen fündig. Dieser hatte Fotos von vielen der Soldaten gemacht – vor allem, damit die Soldaten diese Fotos an ihre Familien in die Staaten schicken konnten. Elli durfte sich die Fotos bei diesem Fotografen anschauen, erkannte ihren Eddie, fand dieses Foto/Negativ (oben abgebildet) und ließ sich eine Aufnahme geben.

Welche weiteren Belege gibt es, die Ellis Geschichte bestätigen können oder ihr widersprechen?

Mein Vater war mehrfach in den Staaten in Militärarchiven und hat im Zuge der Recherche erfahren, dass es sich bei der Einheit nur um die 333rd Special Service Regiment handeln kann. Nur diese Einheit befand sich zu dieser Zeit im Raum Nauheim. (Dazu sei bemerkt, dass mein Vater sich sehr sicher war, die richtige Einheit recherchiert zu haben. Allerdings mittlerweile das gerne noch einmal überprüfen würde.)

Als weiteren “Beleg” gibt es das Foto, welches Elli bei einem Fotografen gefunden hat. Vermutlich hat meine Großmutter “Eddie Withe” selbst mit Bleistift auf die Rückseite des Fotos geschrieben. Falls dies nicht der Fall war, war dies vermutlich eine Person im Foto-Laden.

Ein weiterer Beleg ist eventuell ein indirekter: Auf Ellis Schwangerschaft reagierten die Nachbarn in Nauheim sehr schlecht. Elli wurde angefeindet und laut Aussage meiner Mutter mit Steinen auf der Straße beschmissen, da sie sich mit einem “Feind” (einem US-amerikanischen Soldaten, der Deutschland von den Nazis befreien half – damals kurz nach dem Krieg waren die Vorbehalte und Vorurteile aber noch ganz heftig vorhanden gegenüber den ehemaligen Kriegsgegnern) nicht nur eingelassen hatte, sondern auch ein Kind hatte machen lassen. Meine Mutter erzählte mir in meiner Kindheit mehrfach, dass Elli mit ihrer Familie aus Nauheim weggegangen wäre, weil die Anfeindungen so schlimm gewesen seien.

Haben sich Eddie und Elli jemals wieder gesehen? Hat mein Vater je seinen Vater getroffen?

Nein, Elli hat Eddie nie wiedergesehen. Mein Vater hat seinen Vater auch niemals kennengelernt. Wir gehen davon aus, dass Eddie mittlerweile verstorben sein wird.

Wie ist die Suche nach Eddie White bisher verlaufen?

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich das erste Mal erfahren habe, dass Eddie White, ein amerikanischer Soldat mein Großvater war. Das Foto oben hängt seit meiner frühsten Kindheit als Abzug bei uns an der Familienfoto-Wand. Ich weiß, dass ich als Kind davon überzeugt war, der Mann auf dem Foto sei mein Vater. Irgendwann fragte ich Papa, warum er da eine so komische Uniform trägt und warum das Foto schwarz-weiß ist. (Tatsächlich ist es leicht koloriert.) Erst da hörte ich von Eddie White.

Ich weiß, mein Vater hat in den 80er Jahren alle Eddie Whites oder Edward Whites postal angeschrieben, die er irgendwie nur ausfindig machen konnte. Ein paar Eddies/Edwards schrieben sogar Antwortbriefe – aber alle Antworten, die er erhalten hat, waren “Absagen”, teilweise mit Fotos, die die Angeschriebenen zeigten (und zeigten, dass sie ganz anders aussahen).

Mein Vater war mehrfach in Militär-Archiven. In einem hat er dann mit Hilfe der Mitarbeiter herausgefunden, dass es sich bei der Einheit, die sich in Nauheim befand, nur um das 333rd Special Service Regiment gehandelt haben kann. Mein Vater und ich unterhalten eine Website, die sich mit der 333rd Special Service Regiment befasst. Etwas später gelang es meinem Vater an Namen-Listen der 333rd SS Regiment zu kommen – allerdings sind diese nicht unbedingt nachweisbar vollständig und auch konnten wir bisher nicht sicher feststellen, welche Truppenmitglieder in Nauheim in Zivilunterkunften untergebracht waren.

Irgendwann habe ich angefangen mich in die Suche einzuklinken. Ich fing damit an, die uns vorliegenden (und auf der Website veröffentlichten) Listen durchzuarbeiten. Irgendwann hatte ich eine Liste mit “Verdächtigen” zusammengetragen. Auf diese Liste setzte ich alle Namen aus den Listen, die in irgendeiner Form mit “Eddie White” zusammengehen könnten.

Und tatsächlich, nachdem ich jahrelang die entsprechenden Personen recherchiert hatte, konnte ich mich auf eine Person beschränken.

Den Namen setze ich jetzt hier nicht hinein. Aber ich habe lange recherchiert und war mir sicher, dass von allen uns bekannten Namen aus dieser Einheit, die Lebensdaten am besten zu unserem Eddie White passen würden. Sein Nachname ist White, sein Vorname ein etwas ungewöhnlicher Vorname, der ebenfalls mit einem “E” beginnt. Sprich: Sein Vorname würde sich dafür anbieten einen Spitznamen zu benutzen, sei es “Eddie” oder “Whitie”.

Wie es so mit der genealogischen Forschung ist, ich wußte dann erstmal nicht weiter, was ich mit meinem Verdacht tun sollte und ich befasste mich mit anderen Sachen. Bis eines Tages eine Email über die Website meinen Vater erreichte: Ein Leser der Website sei die Namen durchgegangen, hätte ein wenig recherchiert und war der Ansicht, eben genau der Name sei doch der Kandidat, den wir uns mal genauer anschauen sollten.

Dieser Leser wußte von meinen Recherchen nichts. Da jemand, unabhängig von uns auf ebenfalls dieses Ergebnis kam, stachelte es mich wieder an, weiter zu recherchieren. Beim US-amerikanischen Militär gibt es eine Stelle, bei der sich die sog. “GI Babies” (also Kinder, die von US-amerikanischen Soldaten gezeugt wurden) melden können. Dort erhalten diese Auskünfte und gegebenenfalls Einblicke in Militärakten, die noch nicht mal direkte Angehörige ohne weiteres erhalten würden. (Sprich: Die amerikanische Regierung hat eine Stelle geschaffen, damit diese Kinder ihre Identität herausfinden können, was man wirklich nur begrüßen kann!) Diese Abteilung wird geleitet von Dr. Niels Zussblatt in St. Louis. Als ich diese Stelle anschrieb (gemeinsam mit meinem Vater), erhielten wir als Antwort – die Militärakte in Kopie (ohne Foto) von unserem Kandidaten!

Im Zuge der Recherchen kam ich auf “Selbsthilfegruppen” für GI Babies – diese waren mir vorher nicht aufgefallen. Dort wurde mir sofort gesagt – “kontaktiere auf keinen Falls selbst die Familie! beauftrage einen sog. Search Angel.”

Hier in Deutschland gibt es die Möglichkeit über die Meldeämter eine Person ausfindig zu machen und in einem bestimmten Ausmaß kann man versuchen dort Kontakt mit “leiblichen” Familienmitgliedern zu machen.

In den USA gibt es keine Meldeämter. Für alle von Adoption betroffenen Familien entstand eine kleine Gruppe von “Search Angels”. Diese sind Vermittler, die vorsichtig die jeweiligen Familien ansprechen und sich auf den Eiertanz einlassen auf die potentiell schwierigen Gefühlslagen der Familien zu reagieren. Search Angel machen diesen schwierigen, bewundernswerten und anspruchsvollen Job für gewöhnlich ehrenamtlich.

Während ich anfing nach einem Search Angel zu suchen, habe ich einfach einen anderen Weg versucht und habe die Vita meines Kandidaten recherchiert … und musste feststellen, dass er bereits in den 80er Jahren (in einem Sommer als wir tatsächlich in den USA den kompletten Sommer verbracht haben) gestorben ist. Ihn selbst fragen, war somit für immer nicht mehr möglich. Allerdings kontaktierte ich daraufhin die Tageszeitung aus seinem Heimatort und fragte, ob seine Todesanzeige eventuell mit Foto abgedruckt worden sei. Nein, die Todesanzeige war ohne Foto, aber eine Kollegin kannte jemanden aus seiner Kirchengemeinde und dort hatte man ein Foto von ihm, welches sie scannen und mir schicken wollte.

Als ich das Foto von diesem Mann in hohem Alter sah, bin ich fast vom Stuhl gefallen, denn zumindest in meinen Augen sieht dieser “White” fast genauso aus, wie mein Vater heute aussieht!

Tatsächlich fand sich ein Search Angel. Ich gab ihr die mir bekannten Lebensdaten von meinem Kandidaten und die Namen seiner mir bekannten Kinder, von denen ich hoffte, sie würden noch leben. Mein Search Angel bestätigte dies. Zwei Töchter, zwei Söhne. Mein Search Angel beschloss die beiden Töchter zu kontaktieren.

Und hier wird es natürlich kompliziert. Ich möchte gar nicht wiederholen, was ich über diese Gespräche erfuhr. Beide waren natürlich skeptisch. Das wäre ich auch!! Eine der Töchter schickte mir anschließend eine Email, setzte einen der Brüder ins CC – anbei sei ein Foto, welches nach dem 2. Weltkrieg entstanden sei und sie sähe einfach keine Ähnlichkeit zwischen meinem Eddie White (Foto oben) und ihrem Vater. In der Tat, das Foto sah weder Eddie noch meinem Vater besonders ähnlich. Auch hätte ihr Vater nie ein Instrument gespielt und niemand hätte ihn jemals “Whitie” genannt.

Gerne hätte ich auf diese Email geantwortet – aber was sollte ich da schreiben? Auch sagten mir alle: Versuch erstmal weiter mit dem Search Angel mit der Familie zu reden, das ist noch zu früh …. da ich selbst das alles ziemlich viel auf einem fand und ich ja, im Grunde, eine fremde Familie darauf ansprach, dass der Familienvater angeblich im 2. Weltkrieg fremd gegangen sein soll … nun ja, sowas mache ich nicht unbedingt gerne.

Aber Zweifel blieben und bleiben.

Von meinem Search Angel hörte ich direkt, dass die Reaktion der Familie (Ablehnung) ganz normal sei. Und um sicher zu sein, dass es tatsächlich nicht der Kandidat Eddie White ist, müsse man jetzt einen DNA-Test durchführen.

Das ist der Stand der Suche und Recherche: Es gab keinen weiteren Kontakt, mein Search Angel hat mir vor geraumer Zeit leider auch mitgeteilt, sie habe keine Zeit mehr als Search Angel tätig zu sein, das war auch ein großer Schock. Jetzt wo zumindest von mir ein DNA-Profil besteht, habe ich keinen Search Angel mehr und weiß nicht, wie ich die Familie um einen DNA-Test bitten könnte …

Wer ist Eddie White? Wer ist der Kandidat, welche Alternativen und Theorien gibt es?

E. White

Den Kandidaten nenne ich mal E. White. Seine Lebensdaten passen. Dr. Zussblatt kam nach seiner Recherche (und/oder der seines Teams) ebenfalls zur Einschätzung, dass er (der Kandidat) Eddie White sein könnte/müsste. E. White war Zimmermann und war in der 333rd Special Service Regiment im Einsatz. (Die Special Service Regimenter waren dafür zuständig die Infrastruktur zu reparieren bzw. aufzubauen.) Er war laut Militärakte auch bei Einsätzen der 333rd dabei. Allerdings passen seine Einsatzzeiten in der Nachkriegszeit nicht unbedingt. (Hier müsste ich Details aus der Militärakte des Kandidaten herausgeben, was ich so nicht möchte.) Konkret wurde er bereits vor (!) der Mitte des Jahres 1946 aus der Truppe entlassen. Das hat mich schon sehr umgehauen als ich die Akte das erste Mal sah. Allerdings wurden mir dann von anderen Betroffenen berichtet, dass das nicht ein zwingendes Ausschlußkriterium sei, denn viele Soldaten waren Wochen und Monate länger im Einsatz als sie es hätten sein müssen. Der einfache Grund: Sie wurden gebraucht und der Rücktransport über den Ozean verzögerte sich mehr und mehr.

Der Kontakt mit der Familie erbrachte große Zweifel der lebenden Kinder von E. White, ein Foto aus der Nachkriegszeit, welches nicht unbedingt Eddie White ähnlich sieht (allerdings reden wir hier auch nicht von einem komplettem Ausschluß aufgrund des Fotos) und dem Hinweis seiner Tochter, er habe niemals ein Instrument gespielt.

“Eddie White” – “Whitie” – “Eddie Withe”

Nächste Möglichkeit, wenn mein Kandidat es nicht ist – Eddie White ist ein ganz anderer Kerl. Wer – keine Ahnung. Ich müsste meine Recherche nochmal komplett von vorne beginnen. Eddie White ist der Soldat auf dem Foto und war Teil der 333rd Special Service Regiment, sein Spitzname war Whitie, er spielte Trompete in einer kleinen Band und er befand sich von Mitte 1945 bis Mitte 1946 in Nauheim, Kr. Groß Gerau.

Johann Jakob Hartmann

Auch dieser Theorie bin ich nachgegangen. Kann es möglich sein, dass mein Stief-Urgroßvater (Witwer von meiner Urgroßmutter Lina), der Stiefvater meiner Großmutter Elli (seit ihrer Kindheit), tatsächlich mit ihr ein Kind gezeugt hat?

Nun, er hat es getan. Mein Vater hatte einen jüngeren Bruder – Rainer.

Familienfoto Johann Jakob Hartmann, Elli Eckert mit Roman und Rainer

Familienfoto Johann Jakob Hartmann, Elli Eckert mit Roman und Rainer

Auf dem Foto abgebildet von links nach rechts: Mein Vater Roman, meine Oma Elli, mein Opa Johann Jakob und mein (mittlerweile verstorbener) Onkel Rainer.

Wie geht man mit vermeintlich schwarzen Schafen um? Mein Großvater Johann Jakob, den ich nie persönlich kennenlernte, da er lange vor meiner Geburt starb, war laut Erzählungen von meiner Mutter ein sehr cholerischer Mann. (Meine Mutter lernte ihn natürlich auch nie kennen.) Mein Vater spricht bis heute nicht über seinen Vater, den er auch als seinen Vater nicht mehr anerkennt, obwohl er bis zu seinem 18. Lebensjahr davon ausging, dass Johann Jakob tatsächlich sein leiblicher Vater war. Das dürfte für sich sprechen.

Ich weiß, ich habe als Kind meine Oma Elli nach meinem Opa gefragt und sie ist der Frage ausgewichen – immer wieder. Sie wolle nicht mehr über ihn sprechen.

Die genauen Familiendynamiken lassen sich nicht mehr rekonstruieren. Mein Vater will nicht darüber sprechen. Oma Elli und mein Onkel Rainer sind mittlerweile tot. Meine Mutter erzählte mir von dieser Familie und jeweils um die Verhaltensweisen meines Vaters, meines Onkels und meiner Oma zu erklären.

Was sie sagte war, dass Elli mehr oder minder von der Familie dazu gezwungen wurde ihren Stiefvater zu heiraten. Ihr wurde damit gedroht (von der Familie und den Behörden), dass man ihr nach der Geburt das Kind wegnehmen werde. Das war damals tatsächlich so üblich bei alleinstehenden Müttern! Kontakt hätte sie mit ihrem Kind erst bei der Volljährigkeit des Kindes aufnehmen können. Volljährig wurde man damals mit 21 Jahren!

Was in der Ehe geschah … Rainer wurde 1949 geboren. Meine Mutter, Pädagogin und Philantropin, sagte an dieser Stelle so einiges, was ich jetzt nicht schreibe. Was auch sicherlich Mama nicht in der Öffentlichkeit sagen würde. Und Elli und Johann Jakob können dazu nichts mehr sagen.

Vielleicht haben sich Elli und Johann Jakob aber auch einfach verliebt? Ganz ohne Zwang? Ich würde es hoffen, für meine Oma. Aber auch das hat einen schlechten Beigeschmack. Denn Elli war 8 Jahre als Johann Jakob ihr Stiefvater wurde.

Mein Fazit zu dieser Theorie ist ziemlich klar: Nein, das ist nicht möglich. Eddie White gibt es tatsächlich. Johann Jakob ist nicht der leibliche Vater von meinem Vater.

Einziger Grund, warum ich diese Theorie hier bespreche: Ich habe auf FamilytreeDNA einen FamilyFinder Test gemacht. Ein Match von mir hat mich kontaktiert, da er meinen Nachnamen auf meinem Profil sah. Ob ich aus Hessen stamme und vielleicht noch ein weiterer Nachname bei mir vorkäme (Germann)? Da ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Allerdings taucht Hartmann auch auf den Ahnenlinien meiner Großmutter Elli auf.

Jemand ganz anderes

Letzte Theorie: Jemand ganz anderes ist der Vater. Das Foto gehört nicht zum leiblichen Vater. Dagegen spricht die Ähnlichkeit von meinem Vater (und von mir und meinem Bruder) mit den Gesichtszügen auf den Eddie White Foto. Warum sollte Oma Elli so eine Geschichte sich ausdenken? Warum sollten angeblich die Nachbarn so heftig auf ihre Schwangerschaft reagiert haben? Vielleicht um eine Affäre mit einem Nauheimer zu erklären? Wie viele Männer waren zu dieser Zeit schon wieder bei ihren Familien?

Nächster Schritt?

Ein DNA-Test mit der Familie von E. White ist nötig. So oder so muss einfach diese Theorie bestätigt oder widerlegt werden. Dazu benötige ich einen Search Angel …

Buster Keaton, mein 8. Cousin 3. Grades

Eigentlich habe ich ja nicht mit der Genealogie angefangen um herauszufinden, mit welcher berühmten Persönlichkeit ich verwandt bin.

Aber dann kam ich an den Link zur Website

http://roots-fb.cs.byu.edu/home

und da musste ich es einfach mal ausprobieren! Mit welcher berühmten Persönlichkeit bin ich wohl verwandt?

Auf der Website kann man seinen familysearch.org Stammbaum einlesen und dann wird nach selbst gewählten Kategorien, wie z.B. europäischer Adel, berühmte Amerikaner, … einfach mal selber schauen … Resultate aufgelistet.

Bei mir kam zwar kein europäischer Adel (mit den auf familysearch eingestellten Daten) heraus, aber ich bin mit Buster Keaton, dem berühmten Stummfilm-Komiker verwandt. Das ist natürlich superprächtig, denn neben meiner Leidenschaft für Genealogie, habe ich eine ausgeprägte Leidenschaft für Stummfilme!

Und jetzt bin ich tatsächlich mit Buster Keaton verwandt, wer hätte es gedacht – ich nicht. :)

Aufgelistet wird nicht nur die Person – Buster Keaton – und das Verwandtschaftverhältnis – 8. Cousin 3. Grades – sondern auch das Verwandtschaftsverhältnis selbst.

Gemeinsame Vorfahren mit Buster Keaton

Gemeinsame Vorfahren mit Buster Keaton

Verwandt bin ich über meinen Vater, meinen Opa Johann Jakob Hartmann, über meine Urgroßmutter Lina Lehmann (verheiratet mit Lorenz Eckert – der Fabrikarbeiter, der bei einer Explosion ums Leben kam), über ihre Mutter/meine Altmutter Elisabetha Schäfer (verheiratet mit Gottlieb Lehmann – Schneidermeister in Flörsheim mit illustrer Abstammung) und dann ganz vielen aus der Schäfer Stammlinie hoch bis zur Abbildung hier.

Das ist ja ein schöner Spaß! Da haben Buster Keaton und ich ja gemeinsame deutsche Vorfahren.

Ein weiterer Verwandter ist der US-amerikanische Kunstkritiker und Autor Charles Henry Hart. Der ist mir persönlich unbekannt. Allerdings ist das auch eine lustige Verwandtschaft. Im wahrsten Sinne format-brechend, da versuche ich noch nicht mal die Ahnenreihe ansatzweise hier einzupflegen. Ich sage mal so: Über meinen Vater und den Hartmann-Strang sind wir über viele Ecken verwandt. Charles Henry Hart ist mein 10. Cousin 4. Grades.

Ebenfalls als Resultate ausgeworfen wurden mehrere “bekannte” (allerdings mir persönlich nicht bekannt) Mitglieder der Mormonen.

Das ist ja eine herrliche Spielerei! :D

Und wenn ich noch weitere Verwandtschaftsverhältnisse in familysearch einstelle (da sind noch einige offen, die ich nachtragen könnte, ganz zu schweigen von meinen aktuellen Forschungsständen), dann kann ich das ja noch mal durch diese Website laufen lassen. Würde mich ja wundern, wenn ich nicht mit Karl dem Großen verwandt sei! ;)

Viel Spaß beim selber ausprobieren!!